Stimmung hellt sich zum dritten Mal auf

- <BR>VON GERNOT NERB UND HANS G. RUSS*)<P>München - Zum dritten Mal in Folge hat sich das ifo- Geschäftsklima in Bayern, das im Auftrag des Wirtschaftsministeriums ermittelt wird, aufgehellt. Die Verbesserung resultierte im April aus der weniger negativen Beurteilung der aktuellen Geschäftslage; die Erwartungen blieben nach dem vorangegangen Anstieg allerdings nahezu unverändert.

<P>Die konjunkturelle Aufhellung steht nicht im Gegensatz zu der bis zuletzt andauernden Verschlechterung am Arbeitsmarkt. Nach aller Erfahrung reagieren die Unternehmen in ihrer Beschäftigungspolitik erst mit einer Verzögerung. Dies bestätigen auch die nach wie vor auf Personalabbau ausgerichteten Beschäftigungspläne. Nach Sektoren untergliedert, konzentrierte sich die Besserung diesmal auf die Industrie. Hier tendierten sowohl die Urteile zur gegenwärtigen Situation als auch zu den Perspektiven in den nächsten sechs Monaten nach oben. Im Einzelhandel stieg der Klimaindikator nur geringfügig an, im Großhandel und im Baugewerbe kam es sogar zu einem Rückgang. </P><P>In der Industrie wurden die Exportaussichten im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt immer noch leicht positiv eingeschätzt. Dies ist umso überraschender, als sich auch in Bayern wohl wegen des gestiegenen Euro die Wettbewerbsfähigkeit außerhalb der EU nach Einschätzung der Unternehmen etwas verschlechtert hat.</P><P>Im Einzelhandel ist auch nach der leichten Besserung im April die Geschäftslage immer noch äußerst unbefriedigend. Der Lagerdruck hat sogar zugenommen. Die geringe Belebung beim steht im Einklang mit dem auch nur wenig besseren Konsumklima nach Beendigung des Irak-Krieges. Im Gegensatz hierzu ist das Konsumklima in den USA zuletzt kräftig angesprungen. Die Europäische Union ließ die kurzfristigen Zinsen dies Woche unverändert bei 2,5%; allerdings ist wohl davon auszugehen, dass schon im nächsten Monat ein Zinsschritt nach unten erfolgen wird. Hierfür spricht der geringe Inflationsdruck, die monetäre Anspannung durch den gestiegenen Euro-Kurs und die insgesamt immer noch unbefriedigende Konjunktur.</P><P>*) Gernot Nerb ist Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbefragung des ifo Instituts. Hans Russ ist wissenschaftlicher Referent mit Schwerpunkt Regionalentwicklung.<BR></P>

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