+
Containerentladung im Hafen von Tokio. Japans Industrie hat keinen Anlass zu Optimismus. Foto: Franck Robichon

Kein Grund zu Optimismus

Starker Yen drückt Stimmung in der japanischen Wirtschaft

Die Stimmung unter Japans Managern ist nicht besonders rosig. Der starke Yen wie auch die andauernde Kaufzurückhaltung der Verbraucher bereiten ihnen Kopfschmerzen. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Tokio (dpa) - In den Managementetagen der japanischen Großindustrie herrscht wegen des starken Yen nur verhaltener Optimismus.

Wie aus einer am Montag veröffentlichten Quartalsumfrage der Bank von Japan (BoJ) hervorgeht, verharrte der von der Zentralbank ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionskonzerne im September bei plus 6. Ein positiver Index bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Ökonomen hatten mit einer leichten Verbesserung auf plus 7 gerechnet. Der Stimmungsindex für die nicht verarbeitenden Unternehmen der Nummer Drei der Weltwirtschaft sank indes leicht von plus 19 auf plus 18, wie aus dem Tankan genannten Bericht hervorgeht.

Die Umfrage unter gut 10 000 Unternehmen des Landes deutet aus Sicht von Ökonomen an, dass eine baldige Rückkehr Japans zu stabilem Wachstum angesichts des starken Yen unwahrscheinlich ist. Die Landeswährung zieht seit geraumer Zeit an, insbesondere, seitdem das Brexit-Votum der Briten die Unsicherheit über die weiteren Aussichten der Weltwirtschaft verstärkt hat. Dadurch ist die Nachfrage nach dem Yen gestiegen, da die japanische Währung Investoren als relativ sicherer Hafen gilt. Für Japans wichtige Exportwirtschaft ist ein starker Yen dagegen schlecht, da dadurch die Exporterlöse sinken.

Vor diesem Hintergrund sieht Japans Industrie auch bis zum Jahresende keinen Grund zu gesteigertem Optimismus. Der im Tankan für die Großindustrie ermittelte Index dürfte der Umfrage nach in den kommenden drei Monaten weiterhin unverändert bei plus 6 liegen. Im nicht produzierenden Gewerbe dürfte der Index sogar weiter auf plus 16 fallen. Hier sorgt der weiterhin nur schwache Konsum der japanischen Verbraucher, der zu rund 60 Prozent zur wirtschaftlichen Leistung des Landes beiträgt, für reichlich Kopfschmerzen.

Allerdings gaben die Unternehmen an, ihre Investitionen im noch bis Ende März 2017 laufenden Steuerjahr branchenübergreifend um 6,3 Prozent zum Vorjahr anheben zu wollen. Die BoJ hatte bei ihrer jüngsten Sitzung eine neue Phase der Billiggeld-Politik eingeläutet, um mehr Flexibilität bei der Ankurbelung der Wirtschaft zu gewinnen. So soll der langfristige 10-Jahres-Zinssatz bei etwa null Prozent gehalten werden; der kurzfristige Zins bleibt bei minus 0,1 Prozent.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Euro-Finanzminister beraten über Griechenland
Sofia (dpa) - Die Euro-Finanzminister beraten heute in Sofia über das milliardenschwere griechische Hilfsprogramm. Dabei dürfte auch die Zeit nach Ende der …
Euro-Finanzminister beraten über Griechenland
Daimler dürfte im ersten Quartal zulegen
Stuttgart (dpa) - Auch der Gegenwind durch den starken Euro dürfte den Autobauer Daimler zum Jahresauftakt nicht vom Wachstumskurs abgebracht haben. Experten gehen im …
Daimler dürfte im ersten Quartal zulegen
KMW-Chef: Milliarden-Geschäft mit Panzern und Artillerie
Berlin (dpa) - Der Panzerbauer Krauss-Maffei-Wegmann rechnet angesichts der wachsenden Zahl von Auslandseinsätzen und neuer Spannungen mit Russland mit Rüstungsaufträgen …
KMW-Chef: Milliarden-Geschäft mit Panzern und Artillerie
Monsanto-Deal: Bayer verkauft weitere Geschäfte an BASF
Der Monsanto-Kauf durch Bayer rückt näher. Für den 62,5 Milliarden Euro teuren Deal gibt es von den Kartellbehörden strenge Auflagen, die der Konzern nun nach und nach …
Monsanto-Deal: Bayer verkauft weitere Geschäfte an BASF

Kommentare