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Die Energiekosten werden für den Einzelhandel zum Problem.

Trotz bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts

Schlechte Stimmung im Einzelhandel

Düsseldorf - Das Weihnachtsgeschäft steht bevor. Statt heller Freude herrscht im Handel schlechte Stimmung. Höhere Energiekosten schmäleren nicht nur den Geldbeutel der Kunden, sondern treiben auch die Betriebskosten.

Kräftig steigende Energiekosten überschatten im deutschen Einzelhandel die Freude auf das Weihnachtsgeschäft. Die Stimmung in der mehr als drei Millionen Mitarbeiter zählenden Branche ist laut Handelsverband Deutschland (HDE) so schlecht wie seit langem nicht mehr. Erstmals seit mehr als zwei Jahren überwiege wieder der Anteil der Händler mit einer schlechten Lagebewertung gegenüber denen mit einer guten, teilte der HDE am Dienstag in Düsseldorf mit.

Ein Anstieg der Spritpreise um 5,9 Prozent und der Preise für Haushaltsenergie um 6,1 Prozent seit Jahresbeginn 2012 lasse den Verbrauchern weniger Geld für den Konsum. Höhere Energie- und Transportkosten drückten zusätzlich über die Betriebskosten auch auf die Margen der Einzelhändler. „Die Energiekosten erweisen sich damit immer mehr als echtes Problem für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Im ersten Halbjahr 2012 stieg zwar der Branchenumsatz inklusive Preissteigerungen um 2,6 Prozent. Gleichzeitig habe jedoch fast jedes zweite Unternehmen der Umfrage zufolge Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Nur jedes vierte Unternehmen steigerte in den ersten sechs Monaten seinen Gewinn. Wegen des harten Wettbewerbs im deutschen Einzelhandel könne der einzelne Unternehmer höhere Energie- und Rohstoffkosten nicht einfach an die Konsumenten weitergeben.

Internethandel als Wachstumsmotor

Der HDE erwartet trotz der Sorgen um höhere Energiekosten und die anhaltende Euro-Schuldenkrise ein stabiles Weihnachtsgeschäft für die Branche. Der Handel lasse sich den Optimismus für das wichtige vierte Quartal nicht nehmen, betonte Genth. Für das zweite Halbjahr erwartet laut der Sommer-Umfrage unter 1300 Unternehmen jeder dritte Händler ein Umsatzplus. Von einem Umsatzminus geht gut jeder vierte Händler aus. Mit einem stabilen Umsatz rechneten vier von zehn Händlern.

Der HDE bestätigte seine Prognose, wonach der Branchenumsatz 2012 um 1,5 Prozent auf gut 428 Milliarden Euro wachsen wird. Real - also bereinigt um die Preissteigerungen - dürfte der Branchenumsatz auf Vorjahresniveau liegen. Ein Wachstumsmotor sei der Internethandel, dessen Umsatz 2012 allein voraussichtlich um 13 Prozent auf fast 30 Milliarden Euro steigen werde. Trotz der Schlecker-Pleite liege die Beschäftigung in der Branche weiter auf dem Rekordniveau von gut 3 Millionen Mitarbeitern, die Ende 2011 erreicht worden sei.

dpa

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