Stimmungshoch unter deutschen Unternehmern

- München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum Start ins neue Jahr überraschend kräftig aufgehellt. Der so genannte Ifo-Geschäftsklimaindex sei im Januar von 99,7 Punkten im Vormonat auf 102,0 Punkte gestiegen, teilte das Münchner Ifo Institut für Wirtschaftsforschung mit. Ähnlich hoch notierte der Index zuletzt im Mai 2000.

"Zweifel an der Festigkeit des Aufschwungs, der seit dem Sommer letzten Jahres im Gange ist, werden durch diese Ergebnisse noch weiter zurückgedrängt", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Der Aufschwung habe an Breite und Stärke gewonnen. Experten hatten lediglich eine leichten Anstieg des Konjunkturbarometers erwartet.

Das ifo Institut ermittelt den Index aus der monatlichen Befragung von rund 7000 Unternehmen. Im Januar zeigten sich die Firmen vor allem für die kommenden Monate deutlich zuversichtlicher, beurteilten aber auch ihre aktuelle Situation besser als noch im Dezember. Der Index für die Geschäftslage verbesserte sich entsprechend von 99,6 auf 100,4 Punkte, der Erwartungsindex legte von 99,6 auf 103,6 Punkte zu.

Bis auf eine leichte Abkühlung im Großhandel hellte sich die Stimmung in allen Branchen auf. So stiegen die ohnehin optimistischen Exporterwartungen der Industrie abermals an.

Investitionen ziehen wieder an

"Die nach wie vor gute Exportkonjunktur wird jetzt auch angereichert durch die binnenwirtschaftliche Entwicklung", sagte ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Deutlich werde dies bei den Investitionen, die nach langer Flaute wieder anziehen. "Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, nur wenn die Investitionen ansteigen, kann auch der Konsum in Gang kommen", sagte Abberger. Noch tätigten die Unternehmen zwar in erster Linie Ersatzinvestitionen, doch würden auch die Kapazitäten allmählich wieder erweitert.

Von der Belebung der Binnenwirtschaft profitierte auch der Einzelhandel, wo sich ebenso wie in der Bauwirtschaft vor allem die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate verbesserten. Ob sich die Strukturanpassungen der vergangenen Jahre am Bau allerdings stoppen ließen, sei noch nicht absehbar, sagte Abberger. Auch für den Arbeitsmarkt sieht der Konjunkturexperte noch keine durchgreifende Entspannung. "Der Druck zu Beschäftigungsabbau lässt zwar deutlich nach", sagte Abberger, Signale zu mehr Einstellungen seien aber noch nicht erkennbar.

Konjunkturrisikio Ölpreis

Trotz der positiven Entwicklung sieht das Institut in den hohen Ölpreisen ein deutliches Konjunkturrisiko. Bei dem für dieses Jahr prognostizierten Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent habe man einen Jahresdurchschnittspreis von 60 Dollar je Barrel angenommen, sagte Abberger. Sollte ein deutlich höherer Wert erreicht werden, habe dies sicher auch Folgen für die Konjunktur.

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