Stoiber hält Einigung bei Nürnberger AEG-Werk für möglich

- München/Nürnberg - Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hält eine Einigung im Streit um das Nürnberger AEG-Werk für möglich. Er rechne damit, dass die Verhandlungen zwischen Konzernspitze und Gewerkschaft noch diese Woche wieder aufgenommen würden, sagte Stoiber am Montag in München.

"Ich bin zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt", sagte Stoiber. Wie diese Einigung aussehen könnte, machte der Regierungschef jedoch nicht deutlich. Er verwies auf das Angebot der Arbeitnehmerseite, die Belegschaft zu halbieren, wenn das Nürnberger Werk erhalten bleibe.

Dieses Angebot habe Straberg jedoch nicht mit in seine Argumente aufgenommen, sagte Stoiber. Immer wieder sei betont worden, wie prekär die Situation bei der sogenannten weißen Ware sei. Dabei verweise Elektrolux vor allem auf die harte Konkurrenz durch billigere Arbeitskräfte in der Türkei.

Ob er noch eine Zukunft für das Nürnberger Werk sieht, ließ Stoiber offen. "Ausschließen will ich gar nichts", sagte er. Allerdings gehe es auch darum, die anderen AEG-Arbeitsplätze außerhalb von Nürnberg zu sichern.

Am Sonntag war es unter Vermittlung Stoibers zu einem Spitzengespräch zwischen der Spitze des Mutterkonzerns Elektrolux und Gewerkschaftsvertretern gekommen.  Die IG Metall teilte am Morgen daraufhin heute Morgen mit, die Konzernspitze habe sich verpflichtet, bei einer nächsten Verhandlung ein konkretes Angebot zur Lösung des Konflikts vorzulegen. Als Termin für eine neue Verhandlungsrunde wurde Donnerstagnachmittag vorgeschlagen.

Dabei will der schwedische Hausgerätehersteller von der Schließung des Werkes nicht abrücken. Bei den Verhandlungen gehe es lediglich "um die Bedingungen für die Verlagerung der Produktion von Wasch- und Spülmaschinen von Nürnberg nach Polen", erklärte Electrolux-Chef Straberg am Montag in Stockholm.

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