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Karosseriebau im Leipziger BMW -Werk. Hier stehen ab heute alle Bänder vier Tage lang still.

BMW stoppt Bänder, Daimler verordnet Ferien

München - Mit Produktionskürzungen wollen die Autobauer den massiven Absatzeinbußen Rechnung tragen. Noch reichen dafür die auf Arbeitszeitkonten angesammelten Überstunden.

Bei BMW stehen ab heute die Bänder im Werk in Leipzig für vier Tage still. Dadurch werden 2800 Autos weniger montiert. Für die 2600 Beschäftigten von BMW in Leipzig bedeutet der Produktionsstopp nach Unternehmensangaben keine Einbußen, die Zeit werde auf Arbeitszeitkonten verrechnet.

In Leipzig werden vier Modelle - die 3er Limousine und drei 1er Varianten - gebaut. BMW hatte bereits angekündigt, die Produktion in diesem Jahr um 25 000 Fahrzeuge zurückfahren zu wollen. Dafür waren Unterbrechungen in den bayerischen Werken und in Leipzig geplant.

Über die Liefermengen für das restliche Jahr ist nach Angaben der "Automobilwoche" ein Streit ausgebrochen. Die Händler seien aufgrund der Absatzkrise nicht in der Lage, die im Juli 2008 vereinbarten Fahrzeugpakete bis Jahresende abzunehmen und verlangen eine Reduzierung auf 80 Prozent.

Über die Liefermenge soll es bei einer Sitzung des Vertriebsausschusses zu einem Eklat gekommen sein. Der Verband habe das Treffen mit BMW nach der Eröffnung wegen unzumutbarer Mengenvorgaben abgebrochen. BMW forderte den Händlerverband auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Gleich fünf Wochen lang will Daimler nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" um Weihnachten die Produktion einstellen. Die Zeitung beruft sich auf einen Konzernsprecher. Am 12. Dezember sei eine Inventur geplant. Die Daimler-Beschäftigten nähmen die Arbeit erst am 12. Januar wieder auf, heißt es. Schon Anfang August hatte Daimler angekündigt, wegen der schwächelnden Autokonjunktur Schichten oder immer wieder einzelne Produktionstage in mehreren deutschen Werken sowie im US-Werk Tuscaloosa zu streichen. Bei den Einzelvereinbarungen mit den Werken war auch bereits die Möglichkeit erörtert worden, die Weihnachtsferien zu verlängern.

Auch Opel-Werke sind derzeit wegen sinkender Nachfrage von Produktionsstopps betroffen. In Deutschland wurde am 20. Oktober die Produktion im Werk Bochum bereits zum zweiten Mal seit Ende September für zwei Wochen gestoppt. In Eisenach soll die Arbeit bis Monatsende ausgesetzt werden. Unterdessen erneuerte der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel im Online-Dienst der Fachzeitschrift "Auto, Motor und Sport" seine Befürchtung, dass der Autohersteller das Werk in Bochum "ab Ende November für weitere zwei Wochen dicht machen" werde. Zudem sieht er 150 Arbeitsplätze in Bochum in Gefahr. Laut Einenkel plant Opel deutschlandweit ein neues Abfindungsprogramm. Betriebsbedingte Kündigungen wurden nach Zugeständnissen der Arbeitnehmerseite durch einen Standort-Sicherungsvertrag ausgeschlossen.

Genau darin suchen seit Jahren die kriselnden US-Hersteller ihre Rettung. Nun trifft es Chrysler. Der angeschlagene US-Autohersteller Chrysler will bis Ende des Jahres rund 5000 Arbeitsplätze streichen. Betroffen seien Angestellte und Leiharbeiter, neben freiwilligen Abfindungsangeboten solle es auch Entlassungen geben, teilte Chrysler mit. Von dem Stellenabbau sei etwa jeder vierte Chrysler-Angestellte betroffen, berichteten das "Wall Street Journal" und die "Financial Times".

Auch die japanischen Autobauer leiden an den Folgen der Krise und dem starken Yen. Nach Toyota trifft es nun auch Honda. Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete, dass Hondas operativer Gewinn im laufenden Geschäftsjahr um etwa 40 Prozent auf 550 bis 580 Milliarden Yen (4,9 Milliarden Euro) sinken. Zu Beginn des noch bis 31. März 2009 laufenden Geschäftsjahres hatte der Autobauer noch einen Betriebsgewinn von 650 Milliarden Yen angepeilt.

dpa/ap

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