MAN stoppt Stellenabbau 2004

- München - Der Stellenabbau bei der Münchner MAN Nutzfahrzeuge AG wird in diesem Jahr zum Stillstand kommen. Nachdem mit der Streichung von überwiegend befristeten Leiharbeitsverhältnissen und einer Konzentration der Produktion auch der Bus-Bereich wieder profitabel ist, stehen hier heuer noch 500 Arbeitsplätze zur Disposition.

<P>Bis auf die 400 Stellen in der Bus-Fertigung in Salzgitter - 100 Mitarbeitern wird eine Übernahme in den LKW-Bereich angeboten - sei kein weiterer Personalabbau geplant. "Sonst bleibt die Beschäftigung ziemlich konstant", sagte Håkan Samuelsson, Vorstandsvorsitzender der MAN Nutzfahrzeuge AG in München. Ausdrücklich bezog er dabei auch die Mitarbeiter des Werks in der Dachauer Straße mit ein.<BR><BR>Die MAN Nutzfahrzeuge AG hat ihr operatives Ergebnis von 102 Millionen (2002) auf 203 Millionen Euro im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Der zuvor mit minus 72 Millionen Euro defizitäre Bus-Bereich brachte fünf Millionen Euro ein. "Wir haben den Hebel umgelegt für einen profitablen Bus-Bereich", sagte Samuelsson. <BR><BR>MAN Nutzfahrzeuge beschäftigte zum Jahresende 34 729 Menschen; das waren 264 weniger als 2002. Im Geschäftsbereich Bus wurden 771 Arbeitsplätze in Polen und der Türkei geschaffen. In Deutschland gingen 891 Stellen verloren. Damit sei der Auslandsanteil auf 39 Prozent weiter gestiegen. Durch die Verlagerung lohnintensiver Produktion zu den Werken in Posen und Ankara, die neue Plattformstrategie und verbesserte Prozesse konnte das Bus-Ergebnis ganz erheblich gesteigert werden. Von den 6,7 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr wurden 2,37 Milliarden in Deutschland gemacht. Bei den Mitarbeiterzahlen ist es umgekehrt: 62 Prozent der knapp 35 000 MAN-Beschäftigten arbeiten im Inland und nur 38 Prozent im Ausland. Im Bus-Bereich soll die Quote der inländischen Arbeiter von 43 auf unter 40 Prozent sinken. In den Werken in Polen und der Türkei sollen die Fertigungskapazitäten von 450 auf 1200 bzw. von 1200 auf 1600 Busse in diesem Jahr hochgefahren werden.<BR><BR>In Indien und China ist MAN Kooperationen eingegangen, um dort für diese Märkte zu produzieren. In Zukunft könnte sich auch die Zulieferung von Komponenten von dort nach Deutschland lohnen.<BR><BR>Für dieses Jahr gab sich Samuelsson betont optimistisch. "Der Gewinn wird deutlich besser als 2003", versprach der Vorstands-Chef. Im Januar und Februar und - soweit schon abzusehen - auch im März wuchs der Umsatz um sechs bis sieben Prozent: "Ein gutes Signal." Bei einem Zuwachs des Gesamtmarktes für schwere LKW und Busse von drei bis fünf Prozent rechne MAN mit einem überproportionalen Wachstum. Schon im vergangenen Jahr hatte der Konzern mit 62 131 abgesetzten Fahrzeugen seinen Marktanteil bei schweren Lastern um 1,2 Prozentpunkte auf 14,9 Prozent gesteigert. Erstmals hatte MAN dabei über 10 000 Fahrzeuge außerhalb Europas abgesetzt.<BR><BR></P>

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