1. Startseite
  2. Wirtschaft

Strafzinsen: „Die Welle rollt“ - Welche Banken und Sparkassen jetzt die Zügel anziehen

Erstellt:

Von: Lisa Mayerhofer

Kommentare

Das Sparkassen-Logo auf einem Gebäude.
Seit Jahresbeginn haben 15 Banken Negativzinsen eingeführt oder ihre Konditionen verschärft. (Symbolbild) © Rüdiger Wölk/Imago Images

Strafzinsen für Bankkunden sind umstritten. Trotzdem ziehen immer mehr Banken und Sparkassen die Zügel an.

Berlin - Wer Geld auf die hohe Kante legt, muss immer häufiger draufzahlen: Fast täglich wächst die Liste der Banken, die Strafzinsen*, verlangen, wenn das Guthaben einen gewissen Betrag übersteigt. Nach einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals Verivox für Merkur.de* verlangen aktuell 429 Banken sogenannte „Verwahrentgelte“ von ihren Privatkunden.

Strafzinsen: Trend aus dem Vorjahr setzt sich fort

Dabei orientieren sich die meisten Geldhäuser am negativen Einlagezins der EZB und erheben minus 0,5 Prozent. Wer also zum Beispiel 50.000 Euro auf seinem Konto hat, der muss im Jahr 250 Euro zahlen.

Seit Jahresbeginn haben 15 Banken Negativzinsen eingeführt oder ihre Konditionen verschärft: Eine Liste des Vergleichsportals Verivox zeigt, welche es sind - die Freibeträge sind dabei für Tagesgeldkonten angegeben.

Strafzinsen oder Verwahrentgelt schon ab 5.000 Euro

Verivox hat für die Auswertung die ausgewiesenen Konditionen für Tagesgeld-, Giro- und Verrechnungskonten auf den Internetseiten von rund 1.300 Banken und Sparkassen verglichen. Doch nicht alle Banken veröffentlichen ihre Zinsen frei zugänglich auf ihrer Website. Es gibt also eine Dunkelziffer. Das Portal schätzt, dass wahrscheinlich deutlich über 429 Banken Negativzinsen verlangen.

Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier sagt dazu: „Auch im neuen Jahr rollt die Negativzins-Welle weiter über das Land. Inzwischen verlangen schon mindestens 165 Banken ab einem Gesamtguthaben von 50.000 Euro oder weniger Negativzinsen. Bei einigen Instituten müssen Sparer schon ab 5.000 oder 10.000 Euro auf dem Konto Minuszinsen zahlen. Dieser Trend zu immer niedrigeren Freibeträgen dürfte sich in den kommenden Wochen und Monaten weiter fortsetzen.“

Verbraucherschützer klagen gegen das Verwahrentgelt

Dabei ist das Verwahrentgelt sehr umstritten und wird von Verbraucherschützern scharf kritisiert. Sie sind der Meinung, dass die Banken dabei unrechtmäßig bei ihren Kunden abkassieren und vor mehrere Gerichte gezogen.

So hat das Landgericht Düsseldorf im Januar die Strafzins-Regelung* im Fall der Volksbank Rhein-Lippe gekippt. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Bankkunden müssen sich Verwahrentgelte auf ihr Erspartes also nicht gefallen lassen. Betroffene können sich dabei an die Verbraucherzentrale wenden.

*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare