Strahlkraft für VW: Aktionäre hoffen auf den neuen Manager

- Hamburg - Von nun an soll es bei Europas größtem Autobauer Volkswagen nur noch bergauf gehen. Die Hoffnungen von VW-Chef Bernd Pischetsrieder und den Aktionären richten sich vor allem auf einen Mann: Wolfgang Bernhard. Der neue Vorstand für die Markengruppe Volkswagen (VW, Skoda, Bentley und Bugatti) soll das Steuer herumreißen und die kriselnde Marke aus dem Tief ziehen.

<P> "Wir sind froh, dass Sie da sind", sagte ein Aktionär auf der Hauptversammlung in Hamburg. Aber kritische Fragen an die Konzernspitze blieben.</P><P>Der Niedergang der Aktie könne nicht unkommentiert bleiben, monierte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz. Kostenniveau zu hoch, Ertragsquote verfehlt, so lautet sein Urteil. Zu wenig Vorsorge sei betrieben worden gegen Währungsschwankungen. Dramatisch sei die Lage in den USA, und was sei angesichts der massiven Absatzprobleme im einstigen Vorzeigemarkt China geplant? Die VW-Aktie sei 2004 der zweitschlechteste Wert im Dax gewesen, so die Kritik. Die massiven Probleme müssten dringend angegangen werden.</P><P>Ganz so heftig wie kürzlich gegen Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp waren die Attacken der Aktionäre gegen Pischetsrieder nicht. Aber deutliche Worte fanden die Eigentümer auch bei Volkswagen. Dank des harten Sparprogramms "ForMotion" hat der Konzern im ersten Quartal 2005 sein Ergebnis zwar verbessert. Nach Steuern lag es bei 70 Millionen Euro, nach 26 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz aber sank um 2,4 Prozent auf rund 21 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte VW einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen.</P><P>Rückbesinnung auf die Kernkompetenz und Sanierung der traditionsreichen Marke VW - so erläutert Pischetsrieder den Aktionären seine Pläne. Und Bernhard ist dabei eine Schlüsselfigur, macht der VW-Boss deutlich. Dessen "Begeisterungsfähigkeit" und "internationale Erfahrung" werde die Marke vorantreiben, die 2004 in die roten Zahlen gerutscht war. "Wir sind sicher, dass der Kern unseres Konzerns, die Marke Volkswagen, so neue Strahlkraft gewinnen wird." </P><P>Der frühere Daimler-Chrysler-Manager wird nun schon am 1. Mai und damit deutlich früher als bisher geplant seine Aufgabe als Markenvorstand übernehmen. Die "enttäuschende Entwicklung 2004" soll bald vergessen sein, sagt Pischetsrieder. "Die folgenden Quartale werden auf jeden Fall besser ausfallen als das erste Quartal 2005."</P>

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