Euroländer unter Druck

IWF strebt Schuldenerlass für Zypern an

München - Im Ringen um ein Hilfspaket für Zypern verlangt der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Schuldenerlass. Die Euroländer geraten dadurch unter Druck. Bei ihnen ist der Schritt äußerst umstritten.

Im Ringen um ein Hilfspaket für Zypern verlangt der Internationale Währungsfonds (IWF) laut einem Medienbericht einen Schuldenerlass für das kriselnde Land und setzt damit die Euroländer unter Druck. Der IWF sei nicht bereit, das bislang geplante Hilfspaket der Eurostaaten in seiner jetzigen Form mitzutragen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ vom Donnerstag unter Berufung aus Verhandlungskreise. Ohne einen teilweisen Schuldenschnitt werde Zypern nach Ansicht des IWF nicht in der Lage sein, auch nach Abschluss von Reformen seine Zinslast zu tragen.

Unter den Eurostaaten ist ein Schuldenerlass für Zypern dem Bericht zufolge allerdings umstritten, eine Lösung des Konflikts scheint nicht in Sicht. Gegner eines Schuldenschnitts betonen demnach, dass der erzwungene Forderungsverzicht der privaten Gläubiger für Griechenland eine Einzelfall bleiben sollte. Ein Brechen dieses Versprechens schade der Kreditwürdigkeit der gesamten Eurozone.

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Zypern, das drittkleinste Mitglied der Währungsunion, benötigt Hilfen in Höhe von rund 17 Milliarden Euro. „Die Lage in Zypern in wesentlich dramatischer als die in Griechenland“, zitierte die Zeitung einen ranghohen Beamten der Europäischen Union.

Am Mittwoch hatte das zyprische Parlament einem von Einschnitten geprägten Haushalt für das Jahr 2013 zugestimmt. Mit großer Mehrheit votierten die Abgeordneten für den Etat, der sowohl massive Ausgabenkürzungen als auch Steuererhöhungen vorsieht. Die Maßnahmen waren in Gesprächen mit der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbart worden. Die Wirtschaft Zyperns wird Prognosen zufolge im kommenden Jahr weiter schwächeln, das Bruttoinlandsprodukt vermutlich um rund 3,5 Prozent schrumpfen, die Arbeitslosigkeit 13,7 Prozent erreichen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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