MTU streicht bis zu 350 Arbeitsplätze am Standort München

- München - Der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines wird auf Grund der allgemeinen Luftfahrtkrise bis Ende 2004 voraussichtlich mehrere hundert Stellen in München streichen. "Wir müssen reduzieren. Es ist aber noch nicht entschieden, wie und in welchem Umfang", sagte Unternehmenssprecher Odilo Mühling gegenüber unserer Zeitung. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Günter Sroka sind 300 bis 350 so genannter Strukturstellen betroffen.

<P>Seit Beginn der Luftfahrtkrise nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ist das Geschäft der Branche eingebrochen. Auch die MTU spürt die deutlichen Rückgänge in der zivilen Luftfahrt. Nach fünf Rekordjahren in Folge war der Umsatz im vergangenen Jahr erstmals zurückgegangen. Die Erlöse waren um elf Prozent auf 2,2 Milliarden Euro abgesackt. Konzernchef Klaus Steffens rechnete im Frühjahr mit einer Besserung der Geschäftslage frühestens 2005. </P><P>Dem verringerten Geschäft soll nun mit den Stellenstreichungen Rechnung getragen werden. Ein Zusammenhang mit Veräußerungsplänen des Mutterkonzerns Daimler-Chrysler, der sich dem Vernehmen nach um einen Käufer für die MTU bemüht, besteht nach Einschätzung des Betriebsrats nicht.<BR><BR>"In erster Linie handelt es sich um Strukturstellen", sagte Sroka. Diese Arbeitsplätze sind nicht direkt mit der Produktion verbunden. Sie liegen in den unterstützenden Bereichen, etwa der Verwaltung. "Wir führen Verhandlungen über die Art des Abbaus mit dem Betriebsrat", bestätigte Mühling. Eine Entscheidung falle in "einigen Wochen". Die Stellenstreichungen würden sich bis Ende des kommenden Jahres hinziehen. Der Abbau solle "mit weichen Maßnahmen" ohne einen Sozialplan vollzogen werden. </P><P>Dieser Darstellung widerspricht Sroka. Zwar gebe es bislang noch keine Verhandlungen über einen Sozialplan oder Interessensausgleich, in dem die Bedingungen für Job-Streichungen festgelegt werden. "Wir befinden uns in Sondierungsgesprächen." Wenn es zu Reduktionen der Mitarbeiterzahl kommt, werde der Betriebsrat aber einen Sozialplan anstreben.</P>

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