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Von links nach rechts: Klaus Dieter Hommel (Vorsitzender der Verkehrsgewerkschaft GDBA), Claus Weselsky (Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL), Alexander Kirchner (Vorsitzender der Gewerkschaft Transnet) und Deutsche Bahn Personalvorstand Norbert Hansen.

Zäher Kampf um Geld und Arbeitszeit

Streik abgewendet: Bahner einigen sich auf Tarif

Frankfurt/Main - Der Durchbruch kam am Ende eines fast 40-stündigen Verhandlungsmarathons. Als Bahn-Personalvorstand Norbert Hansen in der Nacht zu Sonntag vor die Kameras trat, war ihm die Erleichterung durchaus anzusehen.

Man sei jetzt zu einem Abschluss gekommen, sagte Hansen, der einst als Chef der Gewerkschaft Transnet auf der anderen Seite des Tisches verhandelt hatte. Damit sind Streiks der 142 000 tarifgebundenen Bahnbeschäftigten mitten im scharfen Konjunktureinbruch vom Tisch.

Sechs Wochen nach dem Beginn der Verhandlungen und pünktlich zum Ende der Friedensfrist stellten die Bahn und die drei an dem Kompromiss beteiligten Gewerkschaften ihr Verhandlungsergebnis vor. Der neue Vertrag sieht Einkommenssteigerungen in zwei Schritten von zusammen 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten vor. Dazu kommen eine Einmalzahlung von 500 Euro, Verbesserungen bei der Einsatzplanung im Schichtdienst und viele Detailvereinbarungen, wie die Qualitätsstandards für die Ausbildung von Lokführern.

Lange hatten die Verhandlungen an den schwierigen Details zur Arbeitszeit gehakt. Wann beginnt das Wochenende und wann darf es frühestens beendet werden? Wie lange darf die Schicht höchstens dauern? Fragen wie diese und ihre Auswirkungen auf den Betrieb der Bahn waren das Thema der zweitägigen Dauerverhandlungen im Maritim- Hotel an der Frankfurter Messe. “Es ist wirklich zäh“, war immer wieder aus den Versammlungsräumen zu hören. Die Bahn verhandelte in der vierten Runde erneut parallel mit der Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA auf der einen und der kleineren Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) auf der anderen Seite.

Die Frage nach den Lohnerhöhungen trat dabei in den Hintergrund, zumal die finanziellen Auswirkungen der Arbeitszeitregelungen lange unbekannt blieben. Für die Gewerkschaften war auf jeden Fall wichtig: Die Tariferhöhungen bleiben unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Die Bahn hatte bestimmte Gehaltssteigerungen zunächst davon abhängig machen wollen, dass der Rekordgewinn von rund 1,8 Milliarden Euro aus dem vergangenen Jahr wiederholt werden kann.

Der trotz des Marathons und der Warnstreiks am vergangenen Donnerstag relativ glatte Verlauf des Tarifkonflikts dürfte Norbert Hansen als dem umstrittenen Verhandlungsführer der Bahn zugute kommen. Der frühere Transnet-Chef, der seinen Seitenwechsel nicht als Verrat an den Gewerkschaftszielen sieht, hat offensichtlich die Vorstellungen seiner früheren Mitstreiter gut vorausgeahnt und zum richtigen Zeitpunkt das passende Angebot gemacht.

dpa

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