Streik: Behinderungen für Bahnreisende

Berlin - Der 60-stündige Lokführerstreik bei den großen regionalen Konkurrenten der Deutschen Bahn hat am Dienstag zu Behinderungen geführt.

Es kam bundesweit zu Verspätungen, Zugausfällen und Ersatzverkehr. Die Einschränkungen hielten sich aber am Morgen nach Angaben einzelner Anbieter sowie der GDL zunächst in Grenzen. Der Arbeitskampf trifft erneut die großen fünf DB-Konkurrenten Abellio, Netinera (früher Arriva), Benex, Veolia und Hessische Landesbahn sowie deren Töchter. Ausgenommen ist der Wettbewerber Keolis (Eurobahn), der sich jüngst verhandlungsbereit gezeigt hatte.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte ihren bislang längsten Streik im aktuellen Tarifkonflikt am Montagmittag begonnen. Der Ausstand soll bis in die Nacht zum Donnerstag andauern. Die GDL will für alle 26 000 Lokführer einheitliche Tarifstandards durchsetzen, etwa bei den Punkten Einkommen und Arbeitszeit.

Maßstab dafür ist der sogenannte Rahmentarifvertrag mit dem Branchenführer Deutsche Bahn (DB), den die GDL und der bundeseigene Konzern am vergangenen Freitag für die rund 20 000 DB-Lokführer festgezurrt hatten. Unterdessen äußerte der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, Kritik an der GDL. Der “Bild“-Zeitung sagte Hundt: “Die GDL missbraucht als Minderheitsgewerkschaft das Streikrecht für die Sonderinteressen einer kleinen Gruppe.

Damit legt sie den gesamten Betrieb lahm und schädigt Bahnkunden und Wirtschaft.“ Das sei angesichts des bestehenden Tarifvertrags für alle Arbeitnehmer erpresserisch und unverantwortlich. Hundt warnte weiter: “Ohne Tarifeinheit droht unsere Tarifautonomie kaputt zu gehen. Laufend entstehen neue Spartengewerkschaften. Sie wollen aber ihr Erpressungspotenzial gegen die Betriebe einsetzen, um mehr für sich rauszuholen.“

dpa

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