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Coole Typen mit gutem Gehalt: Die Lufthansa-Piloten kämpfen um ihr Ansehen.

Piloten kämpfen um ihr Ansehen

Streik bei Lufthansa: Worum geht es wirklich?

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Frankfurt/Main - Bei Lufthansa bleiben die Maschinen beim 14. Pilotenstreik am Boden. Eine gut verdienende Berufsgruppe fordert noch mehr Geld. Den Piloten geht es aber um mehr als ihr Top-Gehalt.

Piloten erscheinen dem Klischee zufolge meist als coole Typen in Hemd und Lederjacke. Die Sonnenbrille darf nicht fehlen. Fliegen zu dürfen, ist für viele ein Traumjob, zumal Piloten gar nicht mal so wenig verdienen. Trotzdem bleiben die Lufthansa-Piloten bereits zum 14. Streik am Boden

Vereinigung Cockpit (VC) fordert für die rund 5400 betroffenen Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017.  

Angebot und Forderung klaffen weit auseinander

„Wir sind abgekoppelt worden von der Lohnentwicklung in Deutschland in den letzten fünf Jahren und da möchten wir nicht länger zuschauen“, begründet Gewerkschaftssprecher Jörg Handwerg die hohe Forderung. Zugleich habe Lufthansa in dem fraglichen Zeitraum fünf Milliarden Euro Gewinn gemacht und die Vergütungen für Vorstände und Aufsichtsräte deutlich erhöht.

Lufthansa bietet dagegen ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018. Zahlen, die ganz schön auseinanderklaffen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will im Tarifkonflikt aber nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingehen. Er fordert ein Schlichtungsverfahren.

Piloten geht es um mehr als Geld

Der Tarifkonflikt begann schon im April 2014. Angesichts der ohnehin schon hohen Pilotengehältern stellt sich die Frage: Warum streiken die Piloten so hartnäckig?

Tatsächlich geht es ihnen um mehr als um Geld. Die Pilotenwelt steht vor erheblichen Änderungen. Die 5400 Piloten im Lufthansa- Konzerntarifvertrag (KTV) gehören inzwischen Minderheit im Lufthansa-Konzern, der in den vergangenen Jahren durch Zukäufe stark gewachsen ist.

Es wird nicht mehr nach Tarifvertrag eingestellt

Seit drei Jahren stellt Lufthansa nicht mehr zu KTV-Bedingungen ein, sondern versetzt bei Ruhestandsabgängen nach und nach KTV-Piloten von der Tochter Germanwings zur Lufthansa-Mutter. Die freiwerdenden GW-Jets werden zur neuen Auslandstochter Eurowings Europa in Wien transferiert, bei der die deutschen Tarifbedingungen nicht greifen.

Aufstiegschancen sind knapp

Außerdem werden bei der Lufthansa-Mutter die Beförderungsstellen knapp. Die Co-Piloten müssen deutlich länger auf ihre erste Kapitänsstelle warten, was auf die Gesamtkarriere gesehen zu deutlichen Einkommensverlusten führt.

Letzte tarifliche Gehaltserhöhung: 2011

Die letzte tarifliche Gehaltserhöhung ist schon ein paar Jahre her: Das war 2011, weshalb die VC von massivem Kaufkraftverlust spricht. Dass die Piloten seit 2011 nicht mehr Geld bekommen haben, stimmt allerdings nicht. Jeder KTV-Pilot kann sich sicher sein, bis zu einer Obergrenze jedes Jahr eine neue Einkommensstufe zu erreichen, auf der es im Schnitt 3 Prozent mehr Geld gibt. Damit soll die erworbene Erfahrung abgegolten werden.

Vereinigung Cockpit kämpft um Einfluss

Und dann wäre da noch ein Gewerkschafts-Kräftemessen. Da die Lufthansa-Gruppe nur noch dort wächst, wo sie profitabel ist, hat die VC deutlich weniger zu sagen. Hinter dem expandierenden Billigflieger Eurowings stehen zahlreiche Teilgesellschaften. Die VC versucht daher, weitere Gesellschaften in den Geltungsbereich des KTV zu holen.

Es gibt immer mehr Piloten

Piloten sind längst nicht mehr die exklusive Berufsgruppe, die sie mal waren. Früher wurden sie in strengen Verfahren handverlesen. Heute bilden private Fliegerschulen mehr Piloten aus, als der Arbeitsmarkt aufnimmt. 

Bei kleineren europäischen Gesellschaften fliegen Piloten für ein Drittel der Gehälter, die bei den etablierten Airlines gezahlt werden. Bei einigen Gesellschaften müssen unerfahrene Piloten sogar bezahlen, um überhaupt ins Cockpit zu gelangen und dort die Meilen abzufliegen, die für eine Volllizenz notwendig sind.

So stehen sich also Lufthansa-Chef Spohr, der den Flugverkehr wettbewerbsfähig halten will, und die Piloten, die um ihren privilegierten Berufsstand kämpfen, gegenüber. Keiner will nachgeben. Ausbaden müssen das vor allem die Kunden.

dpa/ afp

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