Streik kostet BMW täglich Millionen

- München - Der drohende Produktionsstopp wegen des Streiks in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie kommt BMW nach Einschätzung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer teuer zu stehen. Ein Produktionsausfall der 3er-Reihe koste den Konzern etwa 38 Millionen Euro Umsatz pro Tag, schätzte der Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Der Gewinnausfall betrage nach seinen Berechnungen vier Millionen Euro täglich.

<P>BMW hatte angekündigt, wegen der Streiks ab Montag die Produktion in Regensburg und München stoppen zu müssen. Hauptursache ist der Streik bei einem Getriebe-Zulieferer. Mit den Streiks werde die Zuverlässigkeit der Zuliefer-Kette beschädigt, erklärte Dudenhöffer. "Damit werden BMW, aber auch die anderen Autohersteller, in Zukunft weitere Risikostreuungen in ihre Zulieferkette einbauen _ zum Schaden der neuen Bundesländer." Mit dem Streik und der Durchsetzung der 35-Stunden-Woche verschlechterten sich die Standortbedingungen in Ostdeutschland weiter.</P><P>BMW hat bereits angekündigt, sein Engagement in den ostdeutschen Bundesländern zu überprüfen.</P><P>Der Konzern baut derzeit in Leipzig ein neues Werk. Dieses ist nach Angaben aus dem Konzern nicht gefährdet. Allerdings könne die Zahl der Arbeitsplätze am Ende geringer ausfallen als ursprünglich geplant.</P><P>Nach Einschätzung Dudenhöffers würde die Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie bei den deutschen Zulieferern den Kapazitätsausbau in Ost-Europa beschleunigen. In den vergangenen fünf Jahren seien bereits nur 17 Prozent der neuen Kapazitäten in Deutschland geschaffen worden. Ursache seien die niedrigeren Arbeitskosten im Ausland bei gleichwertiger Arbeitsqualität. "Dies ist ein bedenkliches Zeichen für den Automobilstandort Deutschland und die zukünftigen Wirtschaftswachstumsraten." </P><P>Auch die Adam Opel AG schließt laut "Financial Times Deutschland" nicht aus, dass man sich bei künftigen Investitionen gegen Ostdeutschland entscheiden könnte. Opel hat ein Werk in Eisenach. </P><P>Sollte der Metaller-Streik länger dauern, wäre Ende kommender Woche auch das VW-Werk in Wolfsburg betroffen. Dann würden Teile aus dem ostdeutschen Werk Mosel für die Produktion von Golf und Lupo fehlen, sagte ein VW-Sprecher am Freitag. Die Situation könne sich aber schnell ändern. Bislang sei in den Werken Mosel und Chemnitz an 12 Tagen der vergangenen drei Wochen nicht gearbeitet worden.</P>

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