Verhandlungen bis Montag

Streik bei Lufthansa abgewendet - vorerst

Frankfurt - Passagieren der Lufthansa bleibt ein Streik des Kabinenpersonals vorerst erspart. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO und die Fluggesellschaft haben eine neue Frist ausgehandelt.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO wolle mit der Fluggesellschaft bis Montag weiter verhandeln und erst dann über einen weiter möglichen Arbeitskampf entscheiden, sagte der UFO-Vorsitzende Nicoley Baublies am Donnerstag in Frankfurt am Main. Die Lufthansa wollte sich nicht zu den Verhandlungen äußern. Die Airline steht angesichts von Verlusten im ersten Halbjahr unter Druck, die Kosten zu senken und will 1,5 Milliarden Euro einsparen.

Zwar sei das von der Lufthansa am Mittwoch vorgelegte neue Angebot für die rund 18.000 Flugbegleiter als reines Spar- und Forderungspaket nicht verhandelbar gewesen, sagte Baublies. Doch habe der neue Lufthansa-Personalvorstand Peter Gerber den Tarifstreit mit UFO nun zur Chefsache gemacht und Missverständnisse eingeräumt. „Da ist einiges schief gelaufen“, erklärte der Gewerkschafter. Die Lufthansa befürchte wohl, die Mitarbeiter über die Dauer eines möglichen Streiks hinaus zu demotivieren.

Kurioses zwischen Himmel und Erde

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UFO verlangt fünf Prozent mehr Geld für die Flugbegleiter. Darüber hinaus widersetzt sich die Gewerkschaft dem strikten Sparkurs bei der Lufthansa und dem Einsatz von Leiharbeitern. Die UFO-Mitglieder hatten sich Anfang August in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, im Falle eines Scheiterns der Tarifverhandlungen zu streiken. 97,5 Prozent stimmten dafür.

Baublies sagte, falls bis Montagnacht ein akzeptables Ergebnis vorliege, würden die UFO-Mitglieder zu einer Abstimmung darüber aufgerufen. Ansonsten drohe ein Streik. Für Dienstag (11.00 Uhr) kündigte er eine Pressekonferenz der Gewerkschaft an.

Austrian Airlines ein Beispiel für Einsparung bei Personal

Angesichts der Konkurrenz von Billigfliegern und staatlicher Airlines aus dem Nahen Osten hat die Lufthansa Probleme, noch Gewinne zu machen. Auch hohe Spritpreise, die Einführung von CO2-Zertifikaten und die Luftverkehrsabgabe belasten den Konzern. Laut Konzernbericht macht das Personal rund 22 Prozent der Kosten aus, bei Wettbewerbern ist der Anteil zum Teil deutlich niedriger.

Mit der lange defizitären Tochter Austrian Airlines (AUA) machte die Lufthansa zuletzt vor, wie sich wieder Gewinn machen lässt. Das Unternehmen gliederte Piloten und Flugbegleiter gegen deren Willen in eine Billigtochter aus und sparte Millionen an Personalkosten. Im zweiten Quartal flog AUA wieder in die schwarzen Zahlen. Die jüngsten Einsparpläne sehen Ähnliches für rund 2.000 Mitarbeiter vor, die auf den Strecken abseits der Drehkreuze Frankfurt und München eingesetzt werden. Die Gewerkschaft UFO lehnt das ab.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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