Streik in Münchner Kindertagesstätten

München - Mehr als die Hälfte der rund 500 Kindertagesstätten, Krippen, Horte und Tagesheime in München haben sich am Donnerstag am Streik im öffentlichen Dienst beteiligt.

Zu einer zentralen Kundgebung im Stadtteil Riem kamen etwa 3000 Teilnehmer, teilte die Gewerkschaft ver.di mit, die zu dem ganztägigen Protest aufgerufen hatte. Damit war die Landeshauptstadt Mittelpunkt des Geschehens am fünften Tag der Warnstreiks. Weitere Arbeitsniederlegungen mit insgesamt etwa 200 Beschäftigten gab es unter anderem bei Sozialeinrichtungen und Verwaltungen in Rosenheim und Regensburg.

"Ich bin überwältigt, wie viele Erzieherinnen zum Aufstand bereit sind", sagte Münchens ver.di-Geschäftsführer Heinrich Birner der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es seien vor allem junge Frauen gewesen, die für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gingen. Auch Eltern hätten sich solidarisch gezeigt und sich mit den Erzieherinnen vor den geschlossenen Einrichtungen versammelt. Nach seinen Angaben waren am Donnerstag in München 25 000 bis 30 000 Kinder und deren Eltern von dem Streik betroffen. Sie seien jedoch vorab über die Aktionen und die Ziele informiert worden.

Mit den Warnstreiks wollen ver.di und die Tarifunion des Beamtenbundes der Forderung nach acht Prozent mehr Geld für die 1,3 Millionen Tarifangestellten im öffentlichen Dienst Nachdruck verleihen. Die Arbeitgeber haben bislang bei längeren Arbeitszeiten eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um fünf Prozent, verteilt auf zwei Jahre, angeboten. Für Freitag sind weitere Streiks geplant. Diese sollen nach Angaben von ver.di auf 30 Standorte in ganz Bayern verteilt sein.

dpa

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