Streiks in Afrika und Sturmschäden treiben den Ölpreis auf Rekordhöhe

- London/New York - Der Ölpreis an den internationalen Märkten steigt und steigt, wohin man auch blickt. Opec-Öl erreichte gestern einen neuen Rekord: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) stieg auf 44,26 Dollar. Für ein Barrel der Nordseesorte Brent wurde in London 48,37 Dollar bezahlt. Mit 52,38 Dollar pro Barrel gab es auch im asiatischen Handel einen weiteren Rekordstand.

<P>Damit wurde der erst am Vorabend in New York erzielte Rekordpreis von 52,02 Dollar noch einmal übertroffen. Der Ölpreis liegt damit mehr als 60 Prozent höher als noch im Vorjahr. Hintergrund für den erneuten Anstieg sind Berichte über einen drohenden Streik in der Ölindustrie in Nigeria und die zögerliche Erholung nach den Hurrikan-Schäden am Golf von Mexiko.<BR><BR>Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement rechnet trotz des hohen Ölpreises nicht mit nachhaltigen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. "Es ist durchaus nicht zu unterschätzen, das Risiko", sagte der SPD-Politiker im Nachrichtensender N 24 - "aber zur Stunde überwiegt die Kraft der Weltwirtschaft."<BR><BR>Die US-Energiebehörde rechnet unterdessen mit weiter steigender Nachfrage, während die Produzenten weiter am Rande ihrer Kapazitäten fördern. Am Golf von Mexiko liegt die Fördermenge derzeit noch 478 000 Barrel täglich hinter der üblichen Fördermenge zurück. Insgesamt wurden damit seit dem 13. September rund 16 Millionen Barrel weniger gefördert als üblich. Nach US-Behördenangaben hat Hurrikan "Ivan" auch Löcher in die Gas- und Ölpipelines am Golf von Mexiko gerissen. Wie viel Öl ausgelaufen ist, ist allerdings noch unklar. Bei einem Leck im US-Staat Louisiana wurden mindestens 380 000 Liter Wasser verschmutzt.<BR><BR>"Nigeria, Irak, Hurrikans sind nicht der Grund, sie tragen aber dazu bei. Ursache ist die Nachfrage, und der konnte die Raffinerie-Kapazität bislang nicht entsprechen", sagte Esa Ramasamy von der Energie-Agentur Platts in Singapur. Angesichts der Tatsache, dass es kein klares Bild von der Bevorratung in vielen Verbraucherländern gebe, sei der Preis immer stärker Spekulationen unterworfen, besonders angesichts des nahenden Winters auf der Nordhalbkugel, betonte er.<BR><BR>Die US-Energiebehörde rechnet mit steigenden Heizkosten für die Verbraucher, Heizöl ist dort schon jetzt mehr als 70 Prozent teurer als noch im Vorjahr.<BR>Unterdessen kündigte die größte Gewerkschaft der nigerianischen Öl-Arbeiter ihre Beteiligung an einem nationalen Streik an. Der Ausstand soll in der kommenden Woche beginnen, wenn sich die Regierung nicht auf Gespräche über steigende Benzin-Preise einlässt.<BR><BR>Nigeria produziert täglich mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl und ist der siebtgrößte Öl-Exporteur der Welt.<BR></P><P><BR> </P>

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