Streiks zur Urlaubszeit: Was Fluggäste jetzt wissen müssen

- Was können Passagiere tun, wenn ihr Flieger verspätet oder gar nicht abhebt? Im Folgenden die wichtigsten Antworten.

-Wann und wo wird gestreikt?

Das Kabinen- und Bodenpersonal der Lufthansa wird ab Montag, 0 Uhr, streiken. Die Streiks sollen zeitversetzt an allen Standorten und in allen Bereichen (Kabine, Technik, Catering, Cargo, Passage und Systems) stattfinden.

-Werden bei Streik alle Flüge gestrichen?

Das ist eher unwahrscheinlich. Die Lufthansa will durch Notfallpläne 75 Prozent der Flüge sicherstellen.

-Wo kann ich mich informieren?

Infos der Lufthansa gibt es ab Streikbeginn unter lufthansa.com und unter der kostenlosen telefonischen Infoline 0800 / 8 50 60 70; hier gibt es allerdings keine allgemeinen Streik-Informationen, sondern konkrete Hilfestellung für betroffene Passagiere. Über die Rechte von Fluggästen informiert das Luftfahrt-Bundesamt im Internet unter lba.de und an der telefonischen Servicenummer 0531 / 2 35 51 00.

-Was ist, wenn ich nun lieber mit dem Zug fahre?

Lufthansa-Passagiere dürfen auf die Bahn umsteigen, wenn ihr innerdeutscher Flug aufgrund des bevorstehenden Streiks ausfällt. Mit dem Angebot "Good for Train" kann der Flug-Coupon als Bahnkarte für die im Flugschein eingetragene Flugstrecke genutzt werden, teilte die Deutsche Bahn mit. Bei "Good for Train" handelt es sich um eine Kooperation zwischen Bahn und Lufthansa. Die Deutsche Bahn wies allerdings darauf hin, dass Fluggäste mit einem Etix genannten elektronischen Ticket sich vor Reiseantritt am Check-In-Schalter der Lufthansa melden müssen. Dort können sie einen Gutschein (Voucher) für die Bahn abholen.

-Kann ich stornieren oder umbuchen?

Auch kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen unabhängig vom jeweiligen Tarif sind der Lufthansa zufolge möglich. Auch dies gelte aber nur für vom Streik betroffene Flüge.

-Was gilt bei Verspätungen?

Bei Verspätungen hat der Passagier nach Angaben der Stiftung Warentest Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit, auf zwei Telefonate, Faxe oder E-Mails. Als Verspätung gelten zwei Stunden bei Flügen bis 1500 Kilometer, drei Stunden zwischen 1500 und 3500 Kilometer und vier Stunden bei über 3500 Kilometern. Bei mehr als fünf Stunden könne der Fluggast zusätzlich Preiserstattung verlangen. Diese Leistungen müsse die Fluggesellschaft selbst dann erbringen, wenn sie für die Verspätung nichts könne.

-Was gilt bei Annullierung des Fluges?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Der Schlichtungsstelle Mobilität zufolge haben die Fluggäste bei kurzfristig annullierten Flügen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Je nach Länge der Flugstrecke liegt diese zwischen 250 und 600 Euro. Viele Fluglinien lehnten solche Forderungen allerdings mit dem Hinweis auf höhere Gewalt ab. Ein legaler Streik innerhalb des eigenen Unternehmens fällt aus Sicht der Schlichter aber in den Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass laut EU-Verordnung bei "außergewöhnlichen Umständen" keine Ausgleichszahlung fällig wird. Ob darunter auch ein Streik beim eigenen Personal zu verstehen ist, darüber streiten sich den Verbraucherschützern zufolge die Richter.

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