Streit um AEG-Werk: Wiesheu vermittelt

- München - Der langjährige bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu soll im Streit um das Nürnberger AEG-Werk zwischen IG Metall und dem schwedischen Electrolux-Konzern vermitteln. "Wiesheu macht das", bestätigte IG-Metall-Sprecher Siegfried Hörmann am Sonntagabend gegenüber unserer Zeitung. Es habe am Wochenende ein Treffen gegeben, bei dem sich die Konflikt-Parteien und der Ex-Minister darauf verständigten.

Wiesheu, der im Januar als Marketing-Vorstand zur Deutschen Bahn gewechselt war, soll am heutigen Montag erstmals an den Verhandlungen um einen Sozialtarifvertrag für die 1700 AEG-Beschäftigten teilnehmen. Die Positionen zwischen Gewerkschaft und Electrolux liegen nach wie vor weit auseinander: Während die IG Metall 350 Millionen Euro für Abfindungen und Qualifizierung fordert, ist der Hausgeräte-Konzern lediglich bereit, 115 Millionen Euro zu zahlen. Seit mehreren Wochen wird die Fabrik, die Ende 2007 geschlossen werden soll, deswegen bestreikt.

Beide Seiten hatten sich bereit erklärt, einen Schlichter einzuschalten, nachdem die Gespräche am Dienstag erneut ergebnislos abgebrochen worden waren. Wiesheu gilt als prädestiniert für diese Rolle, da er in seiner Minister-Zeit mehrmals zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten vermittelt hat. "Wir schätzen Wiesheu und hoffen, dass es mit ihm einen perspektivischen Weg gibt, den Konflikt zu lösen", sagte IG-Metall-Sprecher Hörmann.

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