Streit um Agrarhilfe: WTO-Gespräch scheitert

- Genf (ap) - Die Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels sind vorerst gescheitert. Ein Ministertreffen bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf endete erneut ergebnislos. Nach WTO-Generaldirektor Pascal Lamy sprach auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos von einer Krise. Deutschland werde aber seinen Einfluss für einen erfolgreichen Abschluss geltend machen. Hauptstreitpunkt sind weiter Agrarsubventionen und Einfuhrzölle auf landwirtschaftliche Produkte.

Der Handelskommissar der Europäischen Union, Peter Mandelson, warnte vor einem Scheitern der gesamten Doha-Runde, wenn nicht noch in diesem Sommer Fortschritte erzielt würden. "Dies war kein erfolgreiches Treffen, aber es war auch keine Katastrophe", sagte er. Die Doha-Runde - benannt nach der Hauptstadt von Katar, wo sie vor fünf Jahren initiiert wurde - zielt auf einen weiteren Abbau protektionistischer Hürden im Welthandel ab. Die WTO hat erklärt, bei einem Scheitern der Verhandlungen entstünden der Weltwirtschaft Verluste in Milliardenhöhe.

Glos betonte, nötig seien nun Mechanismen zur Krisenbewältigung. Er begrüßte, dass Lamy beauftragt sei, zunächst zwischen EU, USA, Brasilien, Indien, Japan und Australien zu vermitteln. "Deutschland wird seinen Einfluss auch zukünftig geltend machen, um die Doha-Runde zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen." Bei einem Scheitern würden deutsche Interessen über bilaterale Freihandelsabkommen gesichert. Aus dem Agrarministerium hieß es: "Wir sind mit großer Bereitschaft zu Kompromissen in die Verhandlungen gegangen und hätten uns auch von den USA mehr Flexibilität erwartet."

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