Streit bei Conti

- Hannover - Betriebsräte des Autozulieferers Continental setzen sich gegen Bestrebungen der Unternehmensleitung zur Einführung der 40-Stunden-Woche zur Wehr. In einem offenen Brief, den die IG Metall am Donnerstag in Hannover veröffentlichte, verweisen die Unterzeichner auf bestehende Öffnungsklauseln in den Tarifverträgen, die überaus flexible Arbeitszeiten ermöglichten.

Dem Unternehmen gehe es aber offensichtlich darum, die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich auf Dauer einzuführen. Dies sehe der Tarifvertrag ausdrücklich nicht vor.

Unterzeichnet ist das Schreiben von 58 Arbeitnehmervertretern aus dem Geschäftsbereich Bremssysteme und Fahrwerkkomponenten (CAS) des Konzerns. Die Betriebsräte "sehen mit großer Betroffenheit den Konfliktkurs, der vom Vorstand der Continental AG gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gefahren wird." Sie kündigen an, dies nicht widerspruchlos hinzunehmen.

Die Arbeitnehmervertreter protestieren in ihrem Schreiben ferner dagegen, dass Anträge der Unternehmensleitung auf abweichende tarifliche Regelungen mit Drohungen untermauert würden, andernfalls am jeweiligen Standort keine Investitionen mehr vorzunehmen oder Produktionslinien zu verlagern. "Mehrere praktische Fälle zeigen, dass Sie diese Herangehensweise praktizieren", heißt es in dem Brief.

Der CAS-Bereich der Continental AG schreibe seit Jahren extrem positive Zahlen und erziele im Vergleich zu Konkurrenzbetrieben eine überdurchschnittliche Umsatzrendite, schrieben die Betriebsräte weiter. Schon aus diesem Grunde sei es völlig unverständlich, wenn bestehende Tarifstandards nicht eingehalten werden sollten. Mit dem vom Vorstand eingeschlagenen Konfliktkurs würden die geplanten Wachstums- und Qualitätsziele nicht erreicht werden können.

IG-Metall-Bezirksleiter und Conti-Aufsichtsratsmitglied Hartmut Meine forderte Vorstandschef Manfred Wennemer auf, seine Vorstöße zur Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich einzustellen. "Die Ausweitung der Arbeitszeit auf 40 Stunden in der Woche würde auch bei der Continental AG viele Arbeitsplätze kosten."

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