Streit um Gasverträge

- Essen - Vor dem Hintergrund des Streits um kürzere Laufzeiten für Gasverträge will das größte deutsche Gasunternehmen E.ON Ruhrgas seinen Kunden ab sofort eine flexible Gestaltung von langfristigen Verträgen anbieten. Das Unternehmen gehe damit eine freiwillige Selbstverpflichtung ein, teilte E.ON Ruhrgas am Freitag mit.

Nach gescheiterten Verhandlungen hatte das Bundeskartellamt angekündigt, langfristig bindende Gaslieferverträge mit Stadtwerken verbieten zu wollen. Dabei werde die Wettbewerbsbehörde als erstes Ferngasunternehmen den Branchenführer E.ON Ruhrgas mit einer Untersagung solcher Verträge zur Öffnung des Gasmarkts zwingen, hatte der Präsident des Kartellamts, Ulf Böge, vor eineinhalb Wochen in Bonn angekündigt. Eine konkrete Verfügung des Bundeskartellamts steht derzeit jedoch noch aus.

"Im Gegensatz zu den Vorstellungen des Kartellamts erhält unsere freiwillige Selbstverpflichtung den Kunden die Vertragsfreiheit", sagte E.ON Ruhrgas-Vorstandschef Burckhard Bergmann. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung biete das Unternehmen seinen Kunden weitaus mehr Handlungsoptionen als bei dem Grundgerüst des Bundeskartellamts.

E.ON-Ruhrgas sei bereit, neue Lieferverträge künftig unter bestimmten Bedingungen mit Laufzeiten ab zwei Jahren anzubieten. Damit orientiere sich das Unternehmen an den vom Bundeskartellamt aufgestellten Grundsätzen für Neuverträge. Für bestehende Verträge biete E.ON Ruhrgas eine Übergangsregelung an.

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