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Deutschland soll Leitmarkt für Elektroautos werden. Bis ins Jahr 2012 will sich der Bund das 500 Millionen Euro kosten lassen. Die Opposition kritisiert fehlende Kaufanreize.

Streit um Geld für E-Autos

Berlin - Begleitet von Experten-Skepsis und Ermutigung hat die Bundesregierung den Startschuss für das Elektroauto der Zukunft gegeben. Bis 2012 will sie die Markteinführung der umweltfreundlichen Fahrzeuge erreichen.

Berlin – Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen bringen und in dieser Technologie weltweit die Nummer eins werden. Das kündigten die Minister Karl-Theodor zu Guttenberg und Wolfgang Tiefensee an, nachdem das Kabinett den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität beschlossen hatte. 500 Millionen Euro stehen bis 2012 für die Förderung der Elektroautos zur Verfügung. Kaufzuschüsse sind anders als in den USA oder Japan vorerst nicht geplant. Umweltschützer warnten vor „Augenwischerei“.

er Plan, der von Wirtschafts-, Forschungs-, Verkehrs- und Umweltministerium entwickelt wurde, legt unter anderem fest, wie Fortschritte bei der Batterietechnologie sowie bei der Markteinführung erreicht werden können. Zur Erprobung der Technologie sind acht Modellregionen vorgesehen: München, Hamburg, Bremen/Oldenburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Neckar, Stuttgart, Sachsen und Berlin/Potsdam. Verkehrsminister Tiefensee und Wirtschaftsminister Guttenberg betonten, Deutschland solle auf dem Gebiet der Elektromobilität „Leitmarkt“ werden. Tiefensee sagte: „Aus Deutschland sollen die Standards kommen, die in Europa und international angewendet werden.“ Mit der Umstellung auf Elektromotoren stehe eine Revolution bevor, die von Deutschland aus bestimmt werden sollte.

So könnten riesige Märkte erschlossen werden. Dafür müssten deutsche Autoindustrie und Wissenschaft jedoch mitziehen. „Die deutsche Automobilindustrie ist gefordert, jetzt einen Zahn zuzulegen.“ Guttenberg meinte, trotz der kräftigen Förderungen der neuen Technologien in den USA und in Japan sei für Deutschland der Zug noch längst nicht abgefahren. „Wir beteiligen uns mit großem Ehrgeiz an einem Wettbewerb.“ Ob Käufern Zuschüsse gezahlt werden, ließ Guttenberg offen. So zahlen unter anderem Großbritannien, Frankreich, die USA , Japan und China Käufern Zuschüsse von bis zu 10 000 Euro. Umweltminister Sigmar Gabriel zufolge wird die nächste Regierung 2011/12 über ein Marktanreizprogramm entscheiden – sobald die Elektroautos serienreif seien.

Forschungsministerin Annette Schavan sagte: „Wir müssen das Auto neu denken.“ Man brauche völlig neue Fahrzeugkonzepte mit einer alternativen Tank-Infrastruktur sowie marktfähige Batterien. Gabriel sagte, Ziel sei, „unsere Innenstädte sauberer zu machen“. Die „gute Botschaft für Autofahrer“ laute dabei, dass sich die Spritpreise auf 100 Kilometern halbieren würden.

Der Naturschutzbund warnte dagegen, es sei noch nicht sichergestellt, dass die Elektroautos der Zukunft mit Strom aus Sonne , Wind und Wasser führen. „Ein herkömmliches Auto durch ein mit Kohlestrom gespeistes E-Auto zu ersetzen hieße, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.“ Greenpeace sprach von einem „Hightech-Märchen“ der Regierung, da Elektroautos in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten könnten. Die Grünen wie die FDP kritisierten, dass die Bundesregierung keine Kaufanreize gebe.

von Holger Mehlig

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