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Das Rennen um die Zukunft der 120 Karstadt-Warenhäuser bleibt weiter offen.

Streit um Karstadt-Einigung - Nervenprobe für Mitarbeiter

Essen - Harte Nervenprobe für 25 000 Karstadt-Mitarbeiter: Das Rennen um die Zukunft der 120 Warenhäuser bleibt weiter offen.

Nur Stunden nachdem Investor Nicolas Berggruen und die Essener Valovis Bank am Dienstag eine Teileinigung verkündet hatten, wies das Immobilienkonsortium Highstreet diese Darstellung umgehend zurück. Einmal mehr sei eine Einigung verkündet worden, “die keine ist“, heißt es in einer am Dienstag verbreiteten Highstreet-Mitteilung.

Berggruen und Valovis hatten zuvor von einer Einigung über wesentliche Punkte des Mietvertrags für die Karstadt-Häuser berichtet. Grundlage sei eine bereits vor knapp drei Wochen erzielte Vereinbarung mit den Highstreet-Eigentümern, hieß es.

Gleichzeitig hatten der Investor und die Bank von Highstreet eine “zügige“ und “vorzeitige“ Ablösung eines durch Valovis bis zum Jahr 2014 gewährten Kredits verlangt. Dieser umfasst die Summe von mehr als 850 Millionen Euro. Als Sicherheit hatte Valovis dafür 53 Karstadt-Warenhäuser erhalten.

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Über diesen Punkt habe es keinerlei Absprachen mit Highstreet gegeben, sagte ein Sprecher des Immobilienkonsortiums. Man werde diese Forderung nun prüfen, sich dabei aber auf keine Fristen festlegen lassen. Gleichzeitig warfen die Karstadt-Vermieter dem Investor vor, noch kein “tragfähiges und zukunftsorientiertes Warenhauskonzept“ für Karstadt vorgelegt zu haben. Highstreet war zuvor im Bieterrennen um Karstadt mit einem eigenen Angebot nicht zum Zuge gekommen, während Berggruen den Zuschlag erhalten hatte.

Einigung muss bis Donnerstag erfolgen

Damit der von Berggruen für Karstadt unterzeichnete Mietvertrag für Karstadt in Kraft treten kann, muss eine Einigung mit Highstreet bis zu diesem Donnerstag erfolgen. In Abstimmung zwischen Berggruen und dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg kann diese Frist jedoch noch einmal bis zum 30. Juli verlängert werden.

Die Essener Valovis-Bank hatte für den Kauf der Karstadt- Warenhäuser durch Highstreet einen 850 Millionen Euro-Kredit bereitgestellt. Dafür hatte das Institut als Sicherheit 53 Warenhäuser erhalten. Durch die nun geforderte vorzeitige Ablösung des Kredits solle es zu einem “sachgerechten Risikoausgleich“ zwischen Highstreet als Eigentümer der Immobilien und dem potenziellen Mieter Karstadt kommen, hieß es in den Erklärungen von Valovis und Berggruen.

In der Highstreet-Erklärung hieß es dagegen, die Einbußen des Vermieter-Konsortiums seien “wesentlich höher als die von Herrn Berggruen“. Die verkündete Lösung setzte voraus, dass ein Dritter das Darlehen der Valovis Bank “über Nacht“ ablöse. “Bisher hat Herr Berggruen noch nicht bestätigt, dass er dazu bereit ist“, hieß es in der Highstreet-Mitteilung.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel“ hatte Valovis sich bislang vor dem Hintergrund von möglichen “deutlichen“ Wertverlusten der Karstadt-Immobilien gegen eine Einigung mit Berggruen gesperrt. Der Investor habe angeblich die Forderung gestellt, die reduzierten Mieten in die Grundbücher der Warenhäuser eintragen zu lassen. Dadurch müsse Valovis möglicherweise den Wertansatz der Immobilien in der Bilanz nach unten korrigieren, hieß es. Zu der Frage, ob eine solche Vereinbarung vorgesehen sei, wollten Sprecher von Berggruen und Valovis am Dienstag keine Stellung nehmen.

dpa

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