Streit bei VW: 30 000 Stellen in Gefahr?

- Wolfsburg - Beim größten europäischen Autobauer VW könnten rund 30 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, wenn es in den Tarifverhandlungen keine Bewegung gibt. Das sagte VW-Finanzvorstand Dieter Pötsch im "Wall Street Journal Europe". Knapp eine Woche vor Beginn der Tarifrunde bei VW warf die IG Metall der Unternehmensleitung vor, die Verhandlungen unnötig zu belasten. Es sei unverantwortlich, mit der Angst der Menschen um ihre Arbeitsplätze zu spielen, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine.

<P>"Die Tatsache, dass wiederholt einzelne Vorstandsmitglieder bei Volkswagen Öl ins Feuer der Tarifauseinandersetzung gießen, ist völlig unakzeptabel", kritisierte Meine.</P><P>Pötsch hatte gesagt, wenn es keine Bewegung in den Verhandlungen gäbe, wäre dies sicher "extrem negativ für die Beschäftigungssituation in Deutschland". Auf die Frage, wie viele Jobs das Unternehmen dann streichen müsse, sagte er: "30 000 plus".</P><P>Ein Volkswagen-Sprecher erklärte indes dazu, es sei nicht daran gedacht, 30 000 Arbeitsplätze zu streichen. "Wir gehen ausdrücklich mit dem Ziel in die Tarifverhandlungen, die 176 544 Arbeitsplätze des Konzerns in Deutschland zu erhalten", sagte der Unternehmenssprecher. Darin sind unter anderem auch die Stellen bei der VW-Tochter Audi eingeschlossen. </P><P>Allerdings sei es dazu auch notwendig, die Arbeitskosten des Konzerns in Deutschland bis zum Jahr 2011 um 30 Prozent zu senken. Die Ziffer 30 000 beruhe auf einem mathematischen Modell für den Fall, dass sich die Kostensituation nicht verbessern ließe. "Das ist aber reine Theorie", sagte der Sprecher.<BR></P>

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