Nach drohendem Fahrverbot

Streit um Luftprobleme: BMW und Audi rüsten Diesel um

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Die bayerischen Auto-Konzerne verpflichten sich, den Ausstoß an Stickoxiden durch Nachrüstung zu verringern. Andere Hersteller sollen dem Beispiel folgen.

München - In die umweltfreundliche Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen kommt Bewegung. Die bayerischen Hersteller Audi und BMW verpflichteten sich gestern bei einem Spitzengespräch mit der Staatsregierung, mindestens 50 Prozent ihrer Diesel-Pkw mit Abgasnorm Euro 5 mit einer neuen Software auszustatten und die Kosten, die wohl im dreistelligen Eurobereich pro Auto liegen, zu übernehmen. 

„Wir wollen natürlich, dass andere Hersteller nachziehen. Ich denke da an Baden-Württemberg“, sagte die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) mit Blick auf Mercedes. In Aigners Haus waren die Vorverhandlungen geführt worden. Für die Konzerne ist das Thema sehr delikat, weil die Nachfrage nach privaten Dieselfahrzeugen einzubrechen droht. Die Konzernchefs blieben der Pressekonferenz gestern deshalb auch fern und ließen sich nur schriftlich zitieren. „Wir werden gemeinsam an vielen Stellschrauben drehen müssen“, hieß es von Audi-Vorstandschef Rupert Stadler. „Dazu gehört neben der Optimierung älterer Diesel-Aggregate auch eine intelligente Verkehrssteuerung, der Ausbau der Elektromobilität, aber auch der Ausbau des Erdgasbetriebs.“

Die Staatsregierung will mit der Offensive drohende Fahrverbote für Diesel-Pkw verhindern, wie sie unter anderem der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in Erwägung zieht. Deshalb wird derzeit ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die Luft in den Großstädten verbessern soll. Dazu zählt auch eine Umrüstung von Stadtbussen auf Elektroantrieb. Auch deshalb war beim gestrigen Spitzengespräch MAN-Chef Joachim Drees dabei, kommende Woche ist ein Spitzengespräch mit den Kommunen geplant.

Noch im Juli will die Staatsregierung zudem ein Konzept mit zeitlich befristeten Kaufanreizen für moderne Dieselfahrzeuge entwickeln. Die Landtags-Grünen reagierten entsetzt. „Das kann nicht der Ernst der CSU-Regierung sein“, sagte Fraktionschef Ludwig Hartmann: „Was will die CSU denn eigentlich schützen? Die Luft in den Städten oder die Börsenkurse der Unternehmen?“ 

Rubriklistenbild: © dpa

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