Streit um verlorene Schneider-Millionen

- München - Noch über eineinhalb Jahre nach der Schneider-Pleite sorgt der umstrittene Einsatz der staatlichen LfA-Förderbank für Nachbeben. Mit versteckten Aktiengewinnen aus dem Schneider-Teilverkauf habe die Bank ihre anderweitigen Pleiten schöngerechnet, munkelt die Landtags-Opposition. Sollte das stimmen, müsse Wirtschaftsminister Otto Wiesheu zurücktreten, fordert der SPD-Abgeordnete Heinz Kaiser. Wiesheu ist auch Verwaltungsratschef der Bank.

<P>Die Rechnung scheint einfach: 1999 war die LfA mit 36 Prozent an Schneider Technologies beteiligt, ein Jahr später mit 18 Prozent. Der Verkauf des Aktienpakets hätte wegen steigender Kurse in dieser Zeit einen zweistelligen Millionengewinn bringen müssen, will der "Spiegel" errechnet haben. Mit diesem Erlös, der nie in Bilanzen aufgetaucht sei, habe die LfA womöglich ihr Pleiten-Engagement bei der Immobiliengesellschaft LWS nach außen hin aufpoliert.<BR><BR>Wiesheu und die LfA beteuern hingegen, beim Verkauf statt Gewinnen "einen Verlust in unterer einstelliger Millionenhöhe" eingefahren zu haben - weil, so war zu erfahren, die Anteile außerbörslich und unter Kurswert verkauft wurden. Wiesheu hatte bereits Anfang Juli auf eine Anfrage der Grünen mitgeteilt, dass es keinen Gewinn gegeben habe. An wen die LfA ihre Anteile so günstig verkauft hat, wollen die Beteiligten hingegen weiterhin nicht sagen.<BR><BR>Die Bank war nicht nur Aktionärin, auch Gläubigerin. Zum Zeitpunkt der Insolvenz standen Darlehen von über zehn Millionen Euro aus.</P><P> </P>

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