+
Ein Streit um Sanierungskosten für ein feuchtes Souterrain in einem Mehrfamilienhaus war heute Thema am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Foto: Uli Deck

BGH-Urteil

Eigentümergemeinschaft muss feuchtes Souterrain sanieren

Karlsruhe (dpa) - Die Eigentümergemeinschaft eines Mehrfamilienhauses muss für die Sanierung von Feuchtigkeitsschäden im Souterrain aufkommen.

Entscheidend sei die Nutzung als Aufenthaltsraum für Menschen, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. In dem Fall aus Hamburg stritten die Parteien um die von einem Gutachter geschätzten Sanierungskosten von etwa 300 000 Euro. (V ZR 203/17)

Das gründerzeitliche Haus aus dem Jahr 1890 verfügt seit der Teilung im Jahr 1986 über zwölf Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten im Tiefparterre - zwei Büros und eine Naturheilpraxis. Wegen fehlender, heute aber üblicher Abdichtung sind die Mauern im Souterrain bis in einen Meter Höhe durchfeuchtet.

Die Eigentümergemeinschaft des Altbaus hatte die Sanierung mehrheitlich abgelehnt und wollte ein weiteres Gutachten in Auftrag geben. Das Landgericht hatte den Eigentümern der feuchten Räume Recht gegeben.

"Wenn ich einen Laden oder ein Büro habe, kann ich erwarten, dass die Wände nicht feucht sind", sagte die Vorsitzende Richterin des für Wohneigentumsrecht zuständigen V. Zivilsenats, Christina Stresemann. Feuchtigkeit sei ein Mangel, der die Nutzung beeinträchtige.

Sie zog den Vergleich zu einem undichten Dach. Es sei selbstverständlich, dass es von der Gemeinschaft repariert werde, auch wenn es nur in das oberste Stockwerk hineinregne. 300 000 Euro seien eine große Summe, stünden aber nicht völlig außer Verhältnis zum erzielbaren Nutzen. Auch gebe es keine Opfergrenze für einzelne Wohnungseigentümer, sagte Stresemann.

Der Anwalt der Eigentümer, die gegen den Antrag zur Sanierung gestimmt hatten, hatte zuvor erfolglos argumentiert, dass man den baulichen Standard von 1890 zugrunde legen müsse.

Mitteilung des Bundesgerichtshofs

Wohneigentumsgesetz

Paragraf 21 Wohneigentumsgesetz

Mitteilung des Bundesgerichtshofs zum Urteil

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kein Fortschritt bei Ryanair-Tarifgesprächen
Keine Annäherung im Tarifkonflikt bei Ryanair: Die Gewerkschaften dringen auf eine Lösung für die Beschäftigten in Bremen, die ihre Arbeitsplätze verlieren sollen. …
Kein Fortschritt bei Ryanair-Tarifgesprächen
IWF gewährt Ukraine im Wahljahr 2019 neuen Milliardenkredit
Kiew/Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der finanziell geschwächten Ukraine kurz vor den nächsten Präsidenten- und Parlamentswahlen einen …
IWF gewährt Ukraine im Wahljahr 2019 neuen Milliardenkredit
Dax bleibt in schwierigem Fahrwasser
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Freitag kraftlos gezeigt. Beeinträchtigt durch die nächste Gewinnwarnung - in diesem Fall von Daimler - ging es für den …
Dax bleibt in schwierigem Fahrwasser
Bund und Länder: Autobauer bei Nachrüstungen in der Pflicht
Mit Extra-Rabatten für Dieselbesitzer, die einen neuen Wagen kaufen, haben die Autobauer kaum Probleme. Bei Hardware-Nachrüstungen für alte Diesel sieht das anders aus. …
Bund und Länder: Autobauer bei Nachrüstungen in der Pflicht

Kommentare