Solaranlagen verwandeln die Energie des Lichts in elektrischen Strom. Hohe Subventionen haben die Photovoltaik zu einem lukrativen Geschäftsmodell gemacht. Dabei bleibt es trotz der jüngsten Kürzungen.   Foto: dpa

Strom vom Dach bleibt lohnend

München - Die Förderung wurde gekürzt. Doch eine Solaranlage fürs Dach lohnt sich weiterhin - vor allem, wenn man den Strom selbst nutzt.

Für Solarstrom gibt es nun weniger Geld. Obwohl die Vergütung für den eingespeisten Strom aus Anlagen, die seit dem 1. Juli 2010 ans Netz gehen, um 13 Prozent gesenkt wurde, bleibt die Investition hochrentabel. Berechnungen von Finanztest zeigen: Renditen von 5 bis 9 Prozent sind auch für neuere Anlagen drin. Allerdings drängt die Zeit weiterhin. Für ab Oktober 2010 installierte Anlagen sinkt die Vergütung um weitere 3 Prozent. Für Solarstromanlagen, die ab 2011 ans Netz gehen, soll die Vergütung noch einmal um 9 bis 13 Prozent sinken. Den Wert legt die Bundesnetzagentur erst Ende Oktober fest.

Für jede Kilowattstunde (kWh), die der Eigentümer ins öffentliche Netz einspeist, muss ihm der Netzbetreiber statt 39,14 Cent nur noch 34,05 Cent und ab Oktober 32,88 Cent pro kWh bezahlen. Diese Vergütung ist wie bisher im ersten Betriebsjahr und den 20 Folgejahren staatlich garantiert.

Das Kraftwerk auf dem Dach bleibt dennoch eine erstklassige Kapitalanlage, wenn die Dachfläche nicht stärker als 50 Grad geneigt ist, möglichst nach Süden ausgerichtet ist und nicht durch Bäume oder Nachbargebäude verschattet wird. Dann können Eigentümer je nach Standort 750 bis 1000 kWh Solarstrom pro Kilowatt (kW) Anlagenleistung ernten. Auch bei einem Flachdach lassen sich die Module mit Montagegestellen optimal aufstellen.

Bereits durchschnittliche Stromerträge reichen aus, um eine Anlage auch künftig rentabel zu betreiben. Denn nicht nur die Vergütungssätze, auch die Preise für Solarstromanlagen sind drastisch gesunken.

Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft mussten Anleger für eine Komplettanlage im Frühjahr 2010 nur noch rund 2900 Euro pro kW Leistung ausgeben. Das waren fast 30 Prozent weniger als noch zu Beginn des Jahres 2009. In Zukunft ist mit weiter fallenden Preisen zu rechnen.

Strom selbst nutzen

Besonders lohnend wird es künftig sein, möglichst viel des produzierten Solarstroms selbst zu verbrauchen. Für Anlagen, die ab 1. Juli 2010 in Betrieb gehen, gibt es erstmals eine gestaffelte Vergütung: Bis zu einem Eigenverbrauchsanteil von 30 Prozent am produzierten Strom erhält der Eigentümer 17,67 Cent pro kWh.

Für jede Kilowattstunde, die er darüber hinaus verbraucht, muss ihm der Netzbetreiber sogar 22,05 Cent pro kWh zahlen. Dazu kommt die Stromkostenersparnis von derzeit rund 20 Cent pro kWh. So bringt jede selbst verbrauchte Kilowattstunde dem Eigentümer rund 3 Cent mehr, als wenn er den Strom ins öffentliche Netz eingespeist hätte. Ab 30 Prozent Eigenverbrauch beträgt der Bonus sogar 8 Cent.

Geld von der Bank

Banken vergeben Kredite für Solarstromanlagen zu günstigen Konditionen. Erste Adresse ist die staatliche KfW-Bank, deren Solarstromkredite bei vielen Banken und Sparkassen erhältlich sind. Die Konditionen hängen davon ab, wie die Bank die Kreditwürdigkeit des Kunden und den Wert der Anlage einschätzt. Der Effektivzins für einen Festzinskredit mit zehn Jahren Laufzeit bei der KfW liegt zwischen sehr günstigen 2,90 und teuren 7,54 Prozent (Stand: 5. Juli 2010). Mitunter ist ein normaler Bankkredit günstiger. Sieben von 60 befragten Banken vergaben vergleichbare Kredite zu einem Effektivzins unter fünf Prozent.

mm

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