Gas und Strom sind so teuer wie nie

München/Heidelberg - Ob aus der Steckdose oder aus der Gasleitung ­ Energie verteuerte sich in den vergangenen drei Jahren teils um 25 Prozent. Während Verbraucherschützer deshalb zum Versorger-Wechsel aufrufen, appelliert die Eon-Tochter E-wie-einfach mit einem Klima-Tarif an das grüne Gewissen der Verbraucher.

Allein die Strompreise in Deutschland sind in den vergangenen drei Jahren um durchschnittlich 16,6 Prozent gestiegen. Das zeigt eine gestern vom Verbraucherportal Verivox in Heidelberg vorgestellten Untersuchung. Danach muss ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden zur Zeit im Jahr durchschnittlich 867,62 Euro für seinen Strom ausgeben. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Die geringsten jährlichen Stromkosten fallen mit 826,01 Euro in Bayern an - dennoch liegt der Preissprung im Freistaat seit 2005 mit 17,1 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Vergleichsweise günstig ist der Strom auch in Berlin mit Jahresgesamtkosten von 827,60 Euro und einer moderaten Preissteigerung von 6,1 Prozent. Am tiefsten müssen nach wie vor die Verbraucher in den fünf neuen Bundesländern in die Tasche greifen. Die höchsten jährlichen Stromkosten fallen der Studie zufolge in Thüringen mit 935,70 Euro an. Die Gründe für die hohen Kosten in Ostdeutschland liegen Verivox zufolge in den hohen Investitionen, die nach 1990 in die Infrastruktur vor Ort geflossen sind und noch nicht vollständig abgeschrieben wurden. Gleichzeitig sei die dortige Stromnachfrage durch Abwanderung gesunken, so dass sich die Kosten auf weniger Abnahmestellen verteilten. In den vergangenen drei Jahren stiegen aber auch die Preise der Gasanbieter. Erdgas Südbayern berechnet laut Verivox aktuell knapp 25 Prozent mehr im Vergleich zu 2005, bei den Münchner Stadtwerken sind es 17 Prozent.

Diese großen Preissprünge sieht die Kölner Eon-Tochter E-wie-einfach mit als Grund für ihren Erfolg. "Es hat sich gezeigt, dass wir mit der Kombination aus günstigen Preisen und langen Preisgarantien richtig liegen", sagte Vertriebschefin Marie-Luise Wolff gestern in München. Im ersten Geschäftsjahr gewann der Strom- und Gas-Versorger laut Wolff über eine halbe Million Kunden - das eigentliche Ziel für 2007 seien 100 000 gewesen, diese Menge habe man aber bereits im Sommer erreicht. Bayernweit hätten rund 100 000 Verbraucher zu E-wie-einfach gewechselt, in München liege die Zahl "im mittleren vierstelligen Bereich", so Wolff.

Zum Jahresrückblick stellte sie einen zusätzlichen Tarif vor - den "Mein-Klima-Tarif". Dieser ist beim Strom 1,20 Cent teurer und beim Gas liegt er 0,34 Cent über dem sonst üblichen, regional unterschiedlichen "Mein-Cent-Tarif". Das Novum daran: Die "persönliche CO2-Menge" der Kunden wird von der Eon-Tochter durch Unterstützung von zertifizierten Klimaprojekten ausgeglichen. Das umweltschädliche Treibhausgas entsteht bei der Stromerzeugung und dem Gasverbrauch. Der an die verbrauchte Strom- bzw. Gas-Menge gekoppelte Aufpreis nutzt der Konzern, um beispielsweise in Indien einen Windpark zu finanzieren.

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