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Stromfresser im Griff: Experte erklärt, wie Sie mit wenig Aufwand viel sparen können

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Von: Sebastian Hölzle

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Wie kann man Haus und Wohnung noch im Sommer winterfest machen? Im dritten Teil der Serie zeigen wir, wie Sie mit geringem Aufwand Strom sparen können.

München – Es sind oft nur Kleinigkeiten, in Summe sparen sie aber Energie und Geld: Wer im Haus oder in der Wohnung die Stromfresser im Griff hat, muss sich vor der nächsten Abrechnung nicht fürchten. Wir erklären in unserer Serie, wie man Haus und Wohnung noch im Sommer winterfest machen kann, um mit einfachen Mitteln weniger Öl, Gas oder Strom zu verbrauchen. Im dritten Teil der Serie geht es darum, mit geringem Aufwand Strom zu sparen.

Strom sparen: Stand-by-Modus abschalten

Fernseher und andere Geräte mit Stand-by-Funktion verbrauchen auch Strom, wenn sie gar nicht genutzt werden. Denkbar ist die Nutzung von Steckdosenleisten mit Ein-/ Ausschalter. „Besser sind ergonomisch schaltbare Steckdosenleisten mit Fußschalter“, sagt Energieexperte Norbert Endres von der Verbraucherzentrale Bayern. Noch besser seien „Master Slave Steckdosenleisten“, mit ihr ließen sich angeschlossene Geräte automatisch ein- und ausschalten, manuelles Ausschalten sei unnötig. „Geräte, die am Netz bleiben müssen, bleiben dran.“

Energiesparlampen einsetzen

Sie sind nicht mehr im Handel, in vielen Häusern und Wohnungen aber immer noch installiert: Alte Glühbirnen, die elektrische Energie vor allem in Wärme statt in Licht umsetzen. Endres rät dazu, LED-Leuchten einzusetzen beziehungsweise Halogen- und Glühleuchtmittel durch A+/A++LED zu ersetzen. „Überall dort, wo im Schnitt täglich länger als eine Stunde Licht leuchten soll.“

Mehrere leuchtende Lampen in einer Reihe.
Wer von klassischen Glüh- und Halogenlampen auf LED-Leuchten umsteigt, kann bis zu 90 Prozent Energie in der Beleuchtung sparen. © Imaginechina-Tuchong/Imago

Wasserkocher statt Herdplatte

Um bis zu 1,5 Liter Wasser zum Kochen zu bringen, bleibt der Wasserkocher laut Endres die beste Alternative, um kleine Wassermengen schnell und energieeffizient zu erwärmen.

Energie sparen: Kühlschrank herunterregeln

„Sieben Grad Celsius reichen vollkommen zum Kühlen, beim Gefriergerät minus 18 Grad“, sagt Endres. Im Kühlschrank messen lässt sich die Temperatur mit einem geeigneten Thermometer, das ins mittlere Fach gelegt wird. Eine tiefe Temperatur mache Lebensmittel nicht haltbarer, koste aber mehr Strom, sagt der Experte. Als Faustregel gilt: Je Grad Celsius steigt der Mehrverbrauch um fünf Prozent. „Zudem sollten Kühl- oder Gefriergeräte, die älter als 15 Jahre sind, gegen sparsame Geräte aus der höchsten Energieklasse mit angemessener Größe ersetzt werden.“ Unter angemessen versteht er: 50 Liter Nutzvolumen je Person – im Zwei-Personen-Haushalt sollte also ein 150-Liter-Kühlschrank ausreichen.

Wäsche mit 30 statt mit 60 Grad waschen

„Heutige Waschmittel sind schon bei Temperaturen ab 28 Grad chemisch voll waschaktiv“, erklärt Endres. Insbesondere um die Maschine selbst zu reinigen, genüge in der Regel eine 60-Grad-Wäsche monatlich. Der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) weist aber darauf hin: Unterwäsche und Waschlappen sollten bei nicht weniger als 40 Grad gewaschen werden, für Spültücher und Geschirrtücher werden 60 Grad empfohlen. Auch bei Krankheiten und Pilzinfektionen sollte mit 60 Grad gewaschen werden.

Flusensieb leeren

Wäschetrockner verbrauchen weniger Strom, wenn ihr Flusensieb leer ist. Daher rät die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung – bei den meisten Geräten das Sieb nach jedem Durchlauf zu reinigen.

Wäscheleine statt Trockner

Aber ein Trockner ist gar nicht einmal immer zwingend nötig: Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) geht von einer Ersparnis von rund 150 Euro pro Jahr aus, wenn ein Vier-Personen-Haushalt die Hälfte der anfallenden Wäsche im Freien trocknet. Wer Wäsche in der Wohnung trocknet, sollte laut Endres darauf achten, dass regelmäßig gelüftet wird und die relative Luftfeuchte in der Wohnung zwischen 40 und 60 Prozent bleibt, was mit einem Hygrometer kontrolliert werden kann.

Besen statt Staubsauger

Wer nicht immer gleich zum Staubsauger greift, sondern gelegentlich den Besen nutzt, spart dadurch Strom – besonders bei alten Geräten. 

Eco-Modus für die Spülmaschine

„Ein Spülgang im Programm Eco 50 Grad benötigt knapp eine Kilowattstunde Strom und das Programm Auto 55-65-Grad oft 1,5 Kilowattstunden oder mehr“, weiß Endres. Aus hygienischen Gründen sollte das Gerät allerdings regelmäßig – am besten quartalsweise – mit einem Spülmaschinenreinigungsmittel leer und mit etwa 60 Grad gepflegt werden.

Gerät ans Warmwasser anschließen

Wenn zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sind, empfiehlt Endres, die Spülmaschine ans Warmwasser anzuschließen: Zum einen muss das Gerät vom Hersteller für den Warmwasserbetrieb bis 60 Grad freigegeben sein. Zum anderen sollte das Warmwasser im Haushalt effizient – das heißt nicht elektrisch – im besten Fall sogar solar erwärmt werden. „Das kann den Spülmaschinenverbrauch oft halbieren.“ (sh/dpa)

Teil 1 der Serie: Heizen und Warmwasser: So drehen Sie jetzt Ihre Kosten runter!

Teil 2 der Serie: „In etwa 90 Prozent der Fälle ist die Heizkurve viel zu hoch eingestellt“ – so sparen Sie im Keller bares Geld

Teil 3 der Serie: Stromfresser im Griff: Experte erklärt, wie Sie mit wenig Aufwand viel sparen können

Teil 4 der Serie: Energie sparen: So heizen Sie richtig mit Holz

Teil 5 der Serie: Gas, Wärmepumpe, Pellets oder Solar: Welche Heizmethode am günstigsten ist

Teil 6 der Serie: Vorsorge für den Energie-Ernstfall: Kerzen, Taschenlampen, Campingkocher – Die wichtigsten Vorräte

Im nächsten Teil der Serie geht es um energieeffizientes Heizen mit Holz. 

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