Verbraucherzentrale Bayern testet Angebote

Strom: So viel können Sie beim Wechsel wirklich sparen

München – Viele Verbraucher in Bayern zahlen zu viel für ihren Strom. Dabei kann ein Vier-Personen-Haushalt bei einem Tarifwechsel über 60 Euro im Jahr sparen.

Das geht aus einer Auswertung der Verbraucherzentrale Bayern hervor. „Viele Kunden müssen raus aus der Grundversorgung“, forderte Verbraucherzentralen-Chefin Marion Breithaupt-Endres gestern in München.

Ein Vier-Personen-Haushalt in München könne 5,6 Prozent im Jahr sparen, wenn der Kunde statt dem Grundversorger-Tarif der Stadtwerke den Online-Tarif beziehe. Möglicherweise rechne sich auch ein Anbieterwechsel – obwohl die Stadtwerke im bayernweiten Vergleich relativ günstig seien, wie die Stichprobe ergab.

Bayerns Verbraucherschützer warnten allerdings davor, sich von Discount-Anbietern verführen zu lassen. „Hohe Rabatte sind fast immer mit ungünstigen Vertragsbedingungen verbunden“, beklagte Breithaupt-Endres. Teilweise enthielten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Klauseln, die rechtlich nicht haltbar seien. Auch profitierten Kunden bei Discount-Anbietern lediglich im ersten Jahr von einem Billigtarif – ab dem zweiten Jahr zahle der Kunde oft den gleichen Tarif wie beim Grundversorger.

Bayerns Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU) kündigte an, auf Bundesebene für ein Gesetz zu werben, das Kunden mehr Transparenz ermöglichen soll. Das Gesetz soll Stromanbieter dazu verpflichten, ihren Tarif auf einem Datenblatt nach einheitlichen Kriterien zu veröffentlichen. Damit sollen sich die Preise der unterschiedlichen Anbieter besser vergleichen lassen. Außerdem forderte Scharf den Bund dazu auf, Internet-Vergleichsportale gesetzlich zu regulieren und sie einheitlichen Standards zu unterwerfen. „Der Verbraucher kann sich nicht darauf verlassen, dass ein Vergleichsportal immer den günstigsten Stromanbieter anzeigt“, bemängelte die Ministerin. Laut Bundesnetzagentur bezieht bundesweit etwa ein Drittel der Haushalte Strom über die Grundversorgung.  

seh

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Uber signalisiert Gesprächsbereitschaft in London
Der Fahrdienst-Vermittler Uber steht in London vor dem Aus. Dagegen regt sich Widerstand, vor allem bei jüngeren Kunden. Das Unternehmen geht unterdessen auf die …
Uber signalisiert Gesprächsbereitschaft in London
Experte: Keine steigenden Preise nach Air-Berlin-Aufteilung
Berlin - Bei der Aufteilung der insolventen Fluglinie Air Berlin sieht ein Reiseexperte derzeit nicht die Gefahr steigender Ticketpreise. "Es sind weder ein Monopol noch …
Experte: Keine steigenden Preise nach Air-Berlin-Aufteilung
US-Banken weitaus profitabler als europäische Konkurrenz
Zehn Jahre nach der Finanzkrise sprudeln an der Wall Street die Gewinne. Europas Banken hinken hinterher. Nach Einschätzung von Experten wird sich daran so schnell auch …
US-Banken weitaus profitabler als europäische Konkurrenz
E-Autolobby: Elektroautos sind keine Gefahr fürs Stromnetz
Ist das Elektroauto eine Gefahr fürs Stromnetz? Die Energiebranche ist besorgt, doch die Fürsprecher der Stromautos halten das für stark übertrieben.
E-Autolobby: Elektroautos sind keine Gefahr fürs Stromnetz

Kommentare