Strom: Versorger wollen Preise für Haushalte hochschrauben

- München - 30 der 72 oberbayerischen Stromversorgungsunternehmen wollen ihre Tarife für Haushaltsstrom zum 1. Januar 2005 erhöhen. Die bei der Regierung von Oberbayern beantragten Erhöhungen liegen "überschlägig und in grobem Rahmen" zwischen 0,1 und acht Prozent, erklärte die Sprecherin Katja Gründel.

<P>Eine Strompreiserhöhung haben auch die Stadtwerke München beantragt. Die Eon Bayern AG verzichtet auf eine Steigerung und hält ihre Tarife stabil. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat von Eon keinen Antrag auf Erhöhung bekommen. Die beiden anderen bayerischen Regionalversorger, die LEW Lechwerke AG in Augsburg und die N-Ergie AG in Nürnberg haben eine Erhöhung ihrer Haushaltstarife beantragt. Nur sieben der oberbayerischen Unternehmen verzichten wie Eon auf Erhöhungen.</P><P>Die Haushaltstarife der drei Regionalversorger müssen vom Wirtschaftsministerium, die Tarife der 72 oberbayerischen Versorger von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden. Die Anträge für eine Erhöhung zum 1. Januar 2005 mussten bis spätestens 30. September 2004 eingereicht werden. 35 oberbayerische Stromunternehmen haben bisher keinen Antrag gestellt. Wenn die Regierung von Oberbayern sich an die Vorschriften hält, können diese Unternehmen wegen Fristversäumnis die Preise zum 1. Januar 2005 nicht steigen lassen, sondern frühestens zum 1. April 2005.</P><P>Ministerium will kritisch prüfen</P><P>Ob die Preiserhöhungen genehmigt werden, ist offen. Wirtschaftsminister Otto Wiesheu hatte gegenüber unserer Zeitung angekündigt, "beantragte Strompreiserhöhungen genau und kritisch zu prüfen". Es sei insbesondere zu untersuchen, ob überhaupt und in welchem Umfang Preiserhöhungen notwendig seien. Das Ministerium könne aber keinen Einfluss auf die preissteigernden Wirkungen von Energieeinspeisegesetz, Kraftwärmekopplungsgesetz und Ökosteuer nehmen. </P><P>Bis zu 50 Euro Belastung für Durchschnittshaushalt</P><P>Die Strompreiserhöhung kann einen Durchschnittshaushalt mit bis zu 50 Euro im Jahr belasten. Der Strom für diesen Durchschnittshaushalt mit drei bis vier Personen und einem jährlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden kostet je nach Versorger zwischen 600 und 800 Euro. Selbst wenn die durchschnittliche Steigerung nach einem "preisdämpfenden" Einwirken der Genehmigungsbehörden bei drei bis vier Prozent liegt, kommen auf den einzelnen Haushalt Mehrausgaben zwischen 20 und 30 Euro zu. Die Strompreise in Bayern für Haushalte sind im Vergleich zu anderen Bundesländern immer noch günstig. Bei einem Strompreisvergleich liegen fünf bayerische Versorger unter den billigsten zehn.<BR></P>

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