Stromkosten gehen wieder nach oben

- Berlin - Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) rechnet für 2003 mit wieder steigenden Strompreisen. Es werde unverändert von durchschnittlichen Monatskosten für einen Drei-Personen-Musterhaushalt in Höhe von rund 50 Euro ausgegangen, nach 46 Euro im Vorjahr. Dem Präsidenten der VDEW, Werner Brinker, zufolge sind die Preise 2002 aber immer noch niedriger gewesen als vor der Marktöffnung 1998. "Der Löwenanteil der Liberalisierungsgewinne" sei den Kunden nicht zugute gekommen, da der Staat diese durch ständig steigende Steuern und Abgaben abschöpfe.

Die deutsche Stromwirtschaft setzt bei der geplanten Regulierung des Energiemarktes weiter auf bestehende freiwillige Regeln. Die Verbändevereinbarung, mit der der Netzzugang bisher ohne staatliche Eingriffe verhandelt wurde, sollte weitgehend Basis einer gesetzlichen Netzzugangsverordnung sein. Entsprechende Signale gebe es auch aus dem Bundeswirtschaftsministerium, erklärte Brinker.<BR><BR>Zugleich sprach sich der VDEW dafür aus, sich die Option auf Atomstrom trotz des mit der Politik vereinbarten Ausstiegs offen zu halten. Die Verträge über den schrittweisen Ausstieg sollten regelmäßig überprüft werden. "Es sollte geprüft werden, ob bisherige Entscheidungen angesichts einer sich rasant verändernden Welt auch in den Jahren 2010 oder 2015 noch Bestand haben", sagte Brinker. Es gehe um einen längeren Zeitraum, in dem immer wieder die Frage gestellt werden müsse, ob es sinnvoll sei, Kernkraftwerke wie vereinbart bis 2020 endgültig abzuschalten.<BR><BR>Der Energiemix müsse ständig neu erörtert werden. Derzeit entfallen 31 Prozent auf Kernenergie. Angesichts dieses Anteils besteht Ersatzbedarf. Die Bundesregierung will neben der Nutzung von Braunkohle (29 Prozent) den Anteil erneuerbarer Energie (9) erhöhen.<BR>

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