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Da nützt die ganze Windenergie nichts: Aufgrund fehlender Leitungen müssen immer mehr Windparks abgeschalten werden.

Stromnetz bremst Windkraft aus

Berlin - Immer mehr Windparks müssen zwangsweise abgeschaltet werden. Zwischen 2009 und 2010 hat sich die Zahl sogar verdoppelt. Grund dafür: fehlende Stromleitungen und Netzüberlastungen.

Wegen fehlender Stromleitungen und drohender Netzüberlastung müssen immer mehr Windparks zwangsweise abgeschaltet werden. Laut einer Studie für den Bundesverband Windenergie haben sich die Zwangsdrosselungen zwischen 2009 und 2010 fast verdoppelt. Demnach musste nach 65 Tagen 2009 im vergangenen Jahr an 107 Tagen eingegriffen werden, heißt es in der Analyse, die der dpa vorliegt und über die auch die “Financial Times Deutschland“ berichtet hatte.

Durch die Zunahme der Abschaltungen gingen bis zu 150 Millionen Kilowattstunden Windstrom im vergangenen Jahr verloren - betroffen waren vor allem Windräder in Nord- und Ostdeutschland. Mit der Menge könnten 37 500 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Damit konnte bis zu 0,4 Prozent der vorhandenen Windstromproduktion nicht eingespeist werden, die vernichtete Strommenge stieg im Vergleich zu 2009 den Schätzungen zufolge um bis zu 69 Prozent.

Die Bundesregierung hatte zuletzt ähnliche Zahlen veröffentlicht. Ihren Angaben zufolge konnte 2010 rund 127 Millionen Kilowattstunden Windstrom nicht eingespeist werden, weil das Stromnetz sonst zusammengebrochen wäre. Der Windenergieverband rechnet mit einer weiteren Zunahme der Zwangsabschaltungen, weil das Netz mit dem Ausbau der Windkraft nicht Schritt hält. Vielerorts gehen neue Windparks in dünn besiedelten Regionen ans Netz, hier gibt es aber oft zu geringe Kapazitäten, um den Strom abzutransportieren.

Zwar werden Windparkbesitzer seit 2009 für solche Fälle entschädigt, doch die Abrechnung erfolgt oft verspätet: “Es gibt Einzelfälle, in denen vor mehr als einem Jahr abgeschaltet wurde, aber noch immer nicht entschädigt wurde. Das ist ein klarer Gesetzesverstoß“, sagte Windenergie-Präsident Hermann Albers der “Financial Times Deutschland“.

dpa

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