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Strompreisbremse: Wann sie kommt und wie Verbraucher profitieren können

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Von: Lisa Mayerhofer

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Wirtschaftsminister Habeck macht Stromkunden Hoffnung: Die geplanten Entlastungen sollen bereits im Januar kommen. Was geplant ist, was Stromkunden sonst noch wissen müssen.

Berlin – Ein „Abwehrschirm“ gegen die Energiekrise soll es sein: Die Bundesregierung nimmt 200 Milliarden Euro in die Hand, um die Bürger von den hohen Energiepreisen zu entlasten. Denn: Neben den Gaspreisen bewegen sich auch die Kosten für Strom in Rekordhöhen. Die Regierung plant deshalb eine sogenannte Strompreisbremse. Eine Übersicht.

Wann kommt die Strompreisbremse?

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will die finanziellen Hilfen für Stromverbraucher früher als bislang erwartet zahlen. Der Vizekanzler sagte dem Handelsblatt: „Die Entlastung beim Strompreis muss in jedem Fall spätestens im Januar einsetzen. Darauf zielen wir.“ Bei der analog zur Strompreisbremse geplanten Gaspreisbremse bleibt er beim bisher genannten voraussichtlichen Starttermin März. „Die Versorger hatten ja in der Gaskommission erläutert, dass die Preisbremse vorher nicht umzusetzen ist“, sagte der Grünen-Politiker in der Wirtschaftszeitung. „Ich bin aber sicher, dass sie mit Hochdruck prüfen, ob da noch was geht.“

Wie funktioniert die Strompreisbremse?

Nach den Plänen der Regierung soll der Strompreis für einen bestimmten Basisverbrauch gedeckelt werden. Details sind noch offen. Fest steht nur, dass dieser Preisdeckel über eine Abschöpfung hoher Gewinne von Stromkonzernen bezahlt werden soll. Denn Anbieter von Ökostrom zum Beispiel können wegen der hohen Gaspreise derzeit auch für ihren Strom ungewöhnlich viel Geld verlangen. Bis das System funktioniert, will der Bund mit seinen Hilfszahlungen einspringen.

„Die Abschöpfung der Zufallsgewinne ist eine extrem komplexe Aufgabe“, sagte Habeck in dem Handelsblatt. „Wir arbeiten hier wie bei der Gaspreisbremse eng mit Bundeskanzleramt und Bundesfinanzministerium zusammen. Normalerweise würde man sich dafür zwei oder drei Jahre Zeit nehmen. Das alles müssen wir in der Krise in nur zwei Monaten machen.“

Warum ist der Strom so teuer geworden?

Der Gaspreis ist vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine stark gestiegen. Dadurch ist auch Strom teurer geworden. Grund dafür ist, dass der Strompreis durch das teuerste Kraftwerk bestimmt wird, das zur Produktion eingeschaltet wird – derzeit sind das vor allem Gaskraftwerke. Auch Produzenten von billigerem Strom aus Sonne, Wind, Atomkraft oder Braunkohle können diesen zu hohen Preisen verkaufen.

Was kostet eine Kilowattstunde Strom aktuell? 

Eine Kilowattstunde Strom kostet gerade im Mittel 53 Cent für Neukunden. Das zeigen Daten des Vergleichsportals Verivox (Stand: 24.10.2022). Noch vor einem Jahr lag der Preis für Neukunden bei 32 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Allerdings zahlen Bestandskunden oder Kunden in der Grundversorgung oft deutlich weniger.

Wie teuer wird der Strom im Jahr 2023?

Deutschlands Stadtwerke rechnen mit erheblich teureren Strompreisen im kommenden Jahr 2023. Die Strompreise seien bislang „geringer“ gestiegen als beim Gas, etwa weil die EEG-Umlage weggefallen sei, sagte ein Sprecher des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). „Aber auch beim Strom erwarten wir weitere Preissteigerungen. Lagen diese bislang bei eher zehn Prozent, werden für das kommende Jahr tendenziell Preissteigerungen um die 60 Prozent erwartet“, so der Verbandssprecher zur NOZ.

Wie könnte sich die Strompreisbremse darauf auswirken?

Wie viel bringt nun die Strompreisbremse angesichts dieser Preissteigerungen? Das hat das Vergleichsportal Check24 anhand verschiedener Musterhaushalte berechnet. Die folgende Tabelle zeigt: Greift der Strompreisdeckel wie geplant bei 80 Prozent des Verbrauchs, würde eine Familie mit einem recht hohen Stromverbrauch von 5000 kWh rund 348 Euro sparen. Bei einem Single mit einem Jahresverbrauch von 1500 kWh läge die Entlastung bei 104 Euro jährlich. (lma/dpa/AFP)

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