Strompreise bedrohen 100 000 Arbeitsplätze

- Berlin - Die steigenden Energiepreise gefährden aus Sicht des Mittelstands 100 000 Arbeitsplätze. Wenn die Regierung nicht bald einschreite, gingen bei Tausenden Betrieben buchstäblich die Lichter aus, warnte der Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Das Wirtschaftsministerium wollte die Risiken für den Arbeitsmarkt nicht bewerten, bekräftigte aber die Sorge von Minister Wolfgang Clement um die Konjunktur.

<P>Für die angekündigten Preiserhöhungen um fünf bis 15 Prozent für Strom und Gas gebe es keine andere Begründung als "Gier" der Energieversorger, erklärte die Mittelstandsvereinigung gemeinsam mit dem Bund der Energieverbraucher und dem Bundesverband Erneuerbare Energien. Sie betonten, dass die staatlich verordneten Umlagen für erneuerbare Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung ebenso wenig gestiegen seien wie die Ökosteuer. Die höheren Kosten für importierten Brennstoff fielen beim Strompreis praktisch nicht ins Gewicht.<BR><BR>"Die eigentliche Ursache für Preiserhöhungen ist mangelnder Wettbewerb", sagte Mittelstands-Präsident Mario Ohoven. "Wir haben es mit einem Kartell zu tun." Für Strom und Gas müssten deutsche Haushalte und Betriebe jährlich insgesamt zwölf Milliarden Euro mehr zahlen als es dem europäischen Preisdurchschnitt entspräche.<BR><BR>Die jetzt angekündigte Preisrunde kostet den Durchschnittshaushalt nach Angaben des Energieverbraucher-Bunds nochmals 50 Euro pro Jahr zusätzlich beim Strom und bis zu 100 Euro beim Gas. Ohoven betonte, das Geld fehle dem Mittelstand für Investitionen und Verbrauchern für Konsum. Damit seien 100 000 Arbeitsplätze in Gefahr.<BR><BR>Clements Pläne zur Regulierung des Strom- und Gasmarkts müssten deshalb verschärft werden.</P><P> </P>

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