Strom-Riesen geben nach: Preise in Bayern bleiben stabil

- München - Über die Hälfte der bayerischen Haushalte muss im kommenden Jahr keinen höheren Stromtarif bezahlen. Die drei führenden Regionalversorger Eon, LEW und N-Ergie verzichten wegen absehbarer Kürzungen bei den Netzentgelten und auf Druck des Wirtschaftsministeriums auf die beantragten Aufschläge zum Jahreswechsel.

In anderen Bundesländern fallen die Strompreise derweil sogar. Die drei Anbieter gaben ihre Entscheidung, den Netto- Grundtarif -also unberücksichtigt der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar -jeweils bis Ende 2007 stabil zu halten, nach einem Treffen mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) in München bekannt.

Noch im August hatten die Gesellschaften, wie fast alle der 200 Stromlieferanten in Bayern, nicht näher bekannte Aufschläge beantragt und diese mit hohen Beschaffungskosten begründet. Dass die Erhöhungen nun ausbleiben, liegt den Angaben zufolge an der sich abzeichnenden Kürzung der Netzgebühren durch die Bundesnetzagentur. Für die Versorger sinken dadurch die Kosten.

"Uns fiel die Entscheidung nicht leicht", erklärte der Vorstandschef von Eon Bayern, Peter Deml. Der Verzicht auf Preiserhöhungen bedeute einen "zweistelligen Millionenverlust", da die Beschaffungskosten stärker gestiegen seien, als die Netzgebühren fallen sollen.

Dass die Tarife dennoch konstant bleiben,schrieb sich der bayerische Wirtschaftsminister bei der gemeinsamen Pressekonferenz zu: "Wenn wir nicht eingegriffen hätten, wäre es zu Erhöhungen gekommen", sagte Huber, der wiederholt angekündigt hatte, die geforderten Tarifaufschläge im Sinne der Verbraucher zu prüfen. Sein Ministerium ist für die Genehmigung der Stromentgelte der großen Anbieter zuständig.

Huber bezeichnete die erzielte Einigung als ein "bundesweit einmaliges" Ergebnis. De facto ist es das allerdings nicht: So einigte sich Eon Hanse mit dem Wirtschaftsministerium in Kiel am Dienstag ebenfalls darauf, die Preise stabil zu halten. Der Vattenfall-Konzern senkte seine Strompreise in Berlin und Hamburg sogar um fünf beziehungsweise acht Prozent, nachdem die Bundesnetzagentur bei einem Tochter-Unternehmen die geltend gemachten Kosten für die Strom-Durchleitung um 15 Prozent gekappt hatte.

Unklar bleibt weiterhin, wie sich die Preise der 200 kleineren Versorger in Bayern entwicklen, die neben den drei Großen etwa 30 Prozent der Haushalte im Freistaat mit Strom versorgen. Die zuständigen Bezirksregierungen prüfen derzeit noch die eingereichten Anträge.

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