Durch Wasserwalze gespült: Junger Mann stirbt in der Isar

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Die Zukunft des Stromzählers: Ein Techniker verplombt einen sogenannten Smart Meter. Die intelligenten Zähler, mit denen Kunden ihren Stromverbrauch im Internet kontrollieren können, sind ab 2013 in Neubauten Pflicht. foto: ap

Intelligente Stromzähler

Energiesparen: So gut ist die neue Technik

München - Intelligente Stromzähler sollen beim Energiesparen helfen. Ab 2013 sind sie in Neubauten Pflicht. Sie sollen die Umwelt schonen. Klingt gut. Doch Verbraucherschützer warnen vor Hackern und Co.

Geht das Licht an, steigt die Kurve. Mit einem intelligenten Stromzähler können Kunden im Internet verfolgen, wie viel Strom sie gerade verbrauchen. Das Kurven-Diagramm, das den Verbrauch darstellt, ähnelt einem Aktienindex. Springt die Spülmaschine an, schlägt die Kurve nach oben aus. Ab 2013 sind die intelligenten Stromzähler, die auch „Smart Meter“ genannt werden, in Neubauten Pflicht. Sie sollen den Stromverbrauch transparent machen und Kunden dazu bringen, Energie zu sparen. Datenschützer haben allerdings Vorbehalte.

Im Zeichen der Energiewende

Sinn und Zweck der neuen Stromzähler ist es, die Energiewende anzukurbeln. Sonne, Wind und Wasser haben den Nachteil, dass sie nicht konstant die gleiche Menge Strom liefern. Um den Anteil der erneuerbaren Energiequellen weiter zu steigern, soll die Stromnachfrage mit dem schwankenden Stromangebot in Einklang gebracht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Kraftwerke, Netzbetreiber, Stromzähler und Haushaltsgeräte miteinander kommunizieren. Experten nennen die Technologie „Smart Grid“. In der Zukunft sollen Haushaltsgeräte automatisch mit dem Stromzähler aushandeln, wann sie in Betrieb gehen.

Energiewende: Diese Probleme sind noch zu lösen

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Der intelligente Stromzähler ist der erste Schritt in diese Richtung – die Voraussetzung für den smarten Energieverbrauch. Nicht nur bei Neubauten, auch bei grundlegenden Renovierungsarbeiten sind die neuen Zähler bald Pflicht. So sieht es das 2011 novellierte Energiewirtschaftsgesetz vor. Darin ist auch geregelt, dass Stromlieferanten Verbrauchern einen Anreiz geben müssen, Energie zu sparen oder den Verbrauch bewusst zu steuern. Damit sind spezielle Tarife gemeint, die sich nach der Tageszeit richten. Die EU will bis 2020 in allen Haushalten Smart Meter sehen.

Stromfresser aufspüren

Anders als beim klassischen Drehscheibenzähler, bei dem einmal im Jahr der Verbrauch abgelesen wird, misst ein intelligenter Zähler den Stromverbrauch in Echtzeit. Er kommuniziert über das Internet oder ein Mobilfunknetz mit dem Stromanbieter. Meist wird der Verbrauch im 15-Minuten-Takt gesendet. Der Kunde kann mit online abrufen, wie viel Strom er verbraucht. Der Vorteil: Kunden können Stromfresser aufspüren und ausschalten. Der Nachteil: Nicht nur der Kunde, auch der Energielieferant weiß, wie viel Strom verbraucht wird.

Technisch ist es auch möglich, dass der Energieerzeuger bei starker Nachfrage Geräte abschaltet. Wird gerade viel Strom nachgefragt und wenig produziert, kann so die Nachfrage gesenkt werden. Gedacht ist dieser Mechanismus für Geräte, die nicht unbedingt zu einem bestimmten Zeitpunkt in Betrieb sein müssen. Verbraucher bekommen dafür, dass sie Flexibilität aufgeben, beispielsweise einen günstigen Tarif.

Angst vor gläsernen Verbrauchern

Verbraucherdaten, die ungefiltert beim Stromanbieter landen? Geräte, die aus der Ferne abgeschaltet werden? Für Datenschützer birgt die neue Technik Risiken. Sie warnen vor dem „gläsernen Verbraucher“. „Intelligente Zähler dürfen kein Einfallstor dafür sein, dass Netzbetreiber Daten sammeln“, sagt Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher. „Das Problem ist, dass die Sicherheitsanforderungen noch nicht ausgereift sind.“

Daran werde im Moment gearbeitet, teilt Juliane Heinrich, Sprecherin des Bundesdatenschutzbeauftragten, mit. Geht es nach den Datenschützern, sollen Energielieferanten so wenig Daten wie möglich erhalten. „Im Mittelpunkt steht die Datenhoheit des Verbrauchers“, sagt Heinrich. „Jeder soll selbst entscheiden, an wen er welche Daten weitergibt.“ Informationen sollen möglichst anonym oder allenfalls mit Pseudonym übermittelt werden.

Einfallstor für Hacker

Da die Zähler ständig online sind, fürchten Datenschützer außerdem Attacken von Hackern. „Angreifer aus dem Netz können im Extremfall die Steuerung so manipulieren, dass Geräte zerstört werden“, sagt Heinrich. Denkbar sind auch absichtlich verursachte Schwankungen. Die Konsequenz: Das Netz bricht zusammen – Stromausfall. Schutzstandards, die derartige Angriffe ins Leere laufen lassen, werden momentan ausgearbeitet.

Schlechte Noten im Praxistest

Aribert Peters betont jedoch auch die positiven Seiten der neuen Technik. „Mit den intelligenten Stromzählern kommen auf die Verbraucher keine zusätzlichen Kosten zu“, sagt er. Der Anschaffungspreis sei mit dem eines klassischen Stromzählers vergleichbar. Ein Praxistest der Allgäuer Überlandwerk GmbH mit der Hochschule Kempten stellt allerdings die Rentabilität der neuen Technik in Frage. Im Pilotprojekt sparten Verbraucher über sieben Monate zwischen zwei und drei Prozent Energie ein. Zwei Prozent ihres Energieverbrauchs verschoben die Teilnehmer in günstige Tarifzeiträume. Als Anreiz dienten Gutschriften. Fazit: Die Energiekosten fallen mit dem Einbau eines Smart Meters nicht, aber sie werden transparent. Wer den eigenen Verbrauch unter die Lupe nimmt, kann Umwelt und Geldbeutel etwas Gutes tun.

von Manuela Dollinger

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