Erdogan beantragt offiziell Auftritt in Deutschland

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Paul Achleitner, ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. Erstmals seit 2009 verdienen Aufsichtsratschefs deutscher Topkonzerne weniger. Foto: Boris Roessler/Archiv

Studie: Dax-Chefaufseher verdienen weniger

Die Zeiten üppiger Vergütungserhöhungen für Aufsichtsratschefs deutscher Topkonzerne scheinen vorerst vorbei zu sein. Im vergangenen Jahr mussten sich die Aufseher sogar mit weniger begnügen. Und viele werden künftig weniger stark vom wirtschaftlichen Erfolg profitieren.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Chefkontrolleure deutscher Topkonzerne haben sich einer Studie zufolge erstmals seit dem Krisenjahr 2009 mit weniger Geld begnügen müssen. Die Vergütung der Dax-Aufsichtsratsvorsitzenden sank 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent auf durchschnittlich 356 000 Euro.

Ein wichtiger Grund für den Rückgang sei der Trend zur reinen Festvergütung der Aufseher, wie aus der Untersuchung des Beratungsunternehmens hkp Group hervorgeht.

"Die Vergütung von Aufsichtsräten wird zwar krisenfest, aber sie schwankt auch weniger mit dem wirtschaftlichen Erfolg", sagte Regine Siepmann von hkp Group.

Im Zehnjahresvergleich stiegen die Bezüge der Chefaufseher allerdings um insgesamt rund 39 Prozent oder 3,8 Prozent pro Jahr.

Spitzenverdiener war 2015 der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, mit 808 333 Euro. International liegt er auf Rang 16. Platz zwei auf der Dax-Vergütungsskala nimmt Siemens-Kontrolleur Gerhard Cromme ein (608 000 Euro), gefolgt von Henkel-Aufseherin Simone Bagel-Trah (582 000 Euro).

Nicht enthalten sind die Daten des Autokonzerns VW, der wegen der Abgasaffäre die Veröffentlichung seiner Jahresbilanz auf 28. April verschoben hat. 2014 kassierte der damalige Chefaufseher Ferdinand Piëch rund 1,5 Millionen Euro. Sein Nachfolger Hans Dieter Pötsch könnte auf deutlich weniger kommen, sollte VW wegen des Skandals die Dividende streichen. Der Großteil der VW-Aufsichtsratsvergütung bestand zuletzt aus einer variablen Komponente, die von der Ausschüttung an die Aktionäre abhängt.

Immer mehr Dax-Konzerne zahlen ihren Aufsichtsräten allerdings inzwischen nur noch feste Beträge. Der Studie zufolge gab es 2015 bereits bei 17 Börsenschwergewichten ausschließlich fixe Vergütungselemente für das Kontrollgremium. Drei weitere Konzerne aus der höchsten deutschen Börsenliga stellten die Vergütung für dieses und das kommende Jahr um. Im vergangenen Jahr stieg den Angaben zufolge die durchschnittliche Fixvergütung der Dax-Chefaufseher um 4,2 Prozent auf 223 000 Euro.

Im vergangenen Jahr verdienten hkp zufolge auch die Vorstandschefs deutscher Topkonzerne weniger. Ihre Vergütung sank im Schnitt um rund 9 Prozent auf knapp 5 Millionen Euro. Hier gingen vor allem die langfristigen Boni nach unten. Einschließlich Nebenleistungen und komfortabler Altersversorgung kamen die Dax-Lenker im Schnitt auf 5,86 Millionen Euro, knapp ein Prozent weniger als im Jahr zuvor.

hkp-Mitteilung

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