Studie: Deregulierung bringt Millionen Jobs

- Berlin - Weniger Vorschriften, mehr Arbeitsplätze - diese These untermauert das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) nun mit einer Studie: Bis zu 4,2 Millionen neue Jobs könnten innerhalb der nächsten 15 Jahre entstehen, wenn der Staat Vorschriften und Bürokratie abbauen würde.

Die Wissenschaftler verglichen im Auftrag der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" 28 Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Ihr Fazit: Staaten, die ihre Bildungs-, Arbeits-, Produkt- und Kapitalmärkte nur wenig regulieren, schneiden beim Jobwachstum am besten ab.

Sieger des Vergleichs sind angelsächsische Länder wie Neuseeland, die USA, Großbritannien oder Kanada, aber auch Dänemark, Norwegen oder Finnland. Dort werden die Märkte kaum reguliert, das Jobwachstum ist entsprechend hoch. Im Gesamtvergleich der 28 Länder rangiert die Bundesrepublik auf Platz 22, bei der Deregulierung des Arbeitsmarktes hinkt Deutschland allen anderen Ländern hinterher. Selbst Länder wie Mexiko, die Türkei oder Griechenland kamen in diesem Bereich besser weg.

Würde Deutschland sich an Skandinavien orientieren und seine Gesetzesbücher entsprechend entschlacken, könnten innerhalb von 15 Jahren bis zu 4,2 Millionen Arbeitsplätze entstehen, so die Forscher. Bei Reformen nach angelsächsischem Vorbild wären sogar 4,9 Millionen neue Stellen möglich. Zwischen 500 000 und einer Million Langzeitarbeitslose könnten wieder eine Arbeit finden. Welche Jobs geschaffen würden, hänge von der Deregulierung ab, sagte IW-Chef Michael Hüther.

"Der Arbeitsmarkt ist und bleibt das größte deutsche Sorgenkind. Hier muss am schnellsten eine Modernisierung erfolgen", forderte Thomas Straubhaar, Chef des an der Studie beteiligten Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Wesentliche Instrumente seien die Abschaffung des Kündigungsschutzes sowie der Flächentarifverträge. Diese trügen den "individuellen betrieblichen Realitäten" nicht mehr ausreichend Rechnung.

"Niemandem geht es darum, für Wildwest oder das Recht des Stärkeren zu werben", sagte Hüther. Deregulierung sei ein "wichtiges Stellrad" in der Wirtschaftspolitik. "Wir brauchen andere Regeln für das Regelnmachen."

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