Studie: Deutschland beliebtester Investitions-Standort

Stuttgart - Einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge stieg die Zahl der Investitionsprojekte im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2009 um rund 34 Prozent auf 560.

Durch diese Investitionen schufen die ausländischen Unternehmen demnach im vergangenen Jahr rund 12 000 Arbeitsplätze in Deutschland. Im Zuge der Untersuchung wurden auch 812 Manager aus international tätigen Unternehmen zur Attraktivität von Wirtschaftsstandorten befragt.

Deutschland ist aus Sicht der Befragten in Europa der beliebteste Investitionsstandort. Weltweit belegte die Bundesrepublik den fünften Platz auf der Beliebtheits-Skala, hinter China, den USA, Indien und Brasilien. Für jeden achten der befragten Führungskräfte (12 Prozent) ist Deutschland einer der drei Spitzenstandorte weltweit. Das sind genauso viele wie im vergangenen Jahr.

Die Standorte Großbritannien (von 7 auf 4 Prozent) und Frankreich (von 5 auf 3 Prozent) verloren im Vergleich zum Vorjahr an Beliebtheit. Ein deutscher Nachbar holte hingegen deutlich auf: Sahen nur 5 Prozent der Manager Polen im vergangenen Jahr als einen der Top-Investitionsstandorte, sagten dies in diesem Jahr bereits 11 Prozent.

Von weiteren rund 200 ausländischen Unternehmen holte Ernst & Young genauere Einschätzungen zum Wirtschaftsstandort Deutschland ein. Positiv werden demnach die Infrastruktur, das soziale Klima, die Lebensqualität und die Qualifikation der Arbeitnehmer gesehen.

Bemängelt wurden unter anderem die Arbeitskosten, die Unternehmensbesteuerung und fehlende steuerliche Erleichterungen für Investitionen in Forschung und Entwicklung. 43 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, Investitionen in Deutschland zu planen. Im vergangenen Jahr waren es etwas weniger (40 Prozent).

Als vielversprechende Branchen werden der Studie zufolge die Automobilindustrie, die Pharma- und Biotechnologie sowie die Informationstechnik gesehen. Schlecht kamen der Banken- und der Immobiliensektor weg.

dpa

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