Studie: Deutschland bei Energietechnik an Weltspitze

- Frankfurt - Europa und vor allem Deutschland sind in der Energietechnik Weltspitze, hinken aber bei Investitionen in die Energieforschung ihren Konkurrenten in anderen Teilen der Welt deutlich hinterher. Das geht aus einer Untersuchung des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) hervor.

94 Prozent der Unternehmen und Forschungseinrichtungen im VDE sind laut der Umfrage der Meinung, dass in der Energietechnik Europa im globalen Vergleich die höchste Innovationskraft besitzt. Davon ordnen 77 Prozent diese Stärke speziell Deutschland zu. An zweiter und dritter Stelle der innovationsstärksten Sparten folgen Medizintechnik sowie die Produktionstechnik und Automation. Bei diesen Technologien schreiben 71 beziehungsweise 70 Prozent der Befragten Europa die höchste Innovationskraft zu.

Die Energietechnik werde ihre führende Position in den nächsten Jahren verteidigen können, auch wenn China auf Kosten Europas an Boden gewinnen dürfte, hieß es weiter. Dennoch sehen deutlich mehr als zwei Drittel der Befragten Europa auch im Jahr 2015 als die innovationsstärkste Weltregion in der Energietechnik.

Auf die Frage, in welchen Bereichen künftig besonders wichtige Leitinnovationen erwartet werden, nennen die meisten (58 Prozent) die Energieeffizienz. An zweiter Stelle liegt die Informations- und Kommunikationstechnik für Gesundheit (34 Prozent), danach folgt mit 27 Prozent die Informations- und Kommunikationstechnik für Energienetze.

Schlechter ist es dem VDE zufolge um die Ausgaben für die Energieforschung bestellt. Wie die neue Studie "Energieforschung 2020" feststellt, gibt Japan für die Energieforschung pro Kopf der Bevölkerung über 30 Dollar aus, die USA 10 Dollar. Deutschland allerdings investiert nur 6,20 Dollar. Die energietechnische Forschung in Deutschland befasse sich heute in vielen Bereichen nur noch mit kurzfristigen Themen und verfolge kein Gesamtkonzept, kritisierte der Verband. Die vollständige Studie will der VDE morgen präsentieren.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aldi-Steak für 1,99 Euro: Kunde rastet auf Facebook aus
Fleischpolitik, gerade bei Discountern, führt immer wieder zu hitzigen Debatten. Jetzt empört sich ein Kunde über ein Aldi-Steak - und verbreitet seinen Groll darüber …
Aldi-Steak für 1,99 Euro: Kunde rastet auf Facebook aus
EU-Handelsabkommen mit Indien: So würde Deutschland profitieren
Als einer der größten Wachstumsmärkte ist Indien für europäische Unternehmen von großem Interesse. Bisher hemmen Zölle eine engere Partnerschaft. Gerade für Deutschland …
EU-Handelsabkommen mit Indien: So würde Deutschland profitieren
Dax kommt nicht in Gang
Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag zunächst nicht in Gang gekommen. Der Dax pendelte im frühen Handel nur in einer Bandbreite von wenigen …
Dax kommt nicht in Gang
Ex-Arcandor-Chef zieht Antrag auf Haftverkürzung zurück
Der wegen Anstiftung zur Untreue angeklagte frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff zieht seinen Antrag auf Haftverkürzung zurück.
Ex-Arcandor-Chef zieht Antrag auf Haftverkürzung zurück

Kommentare