Prognose bis 2024

Studie: Erbschaften in Deutschland immer ungleicher

Nicht nur das Einkommen zu Lebzeiten, auch die Erbschaften werden immer ungleicher. Denn die Vermögensausstattung derjenigen, die später etwas vererben, werde immer mehr durch regionale Besonderheiten geprägt.

So heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Mit "hohem Erbschaftsvolumen" können potenzielle Erben demnach vor allem in Regionen mit hoher oder steigender Wohneigentumsquote und zuwanderungsbedingt steigenden Preisen rechnen. Insgesamt werden der Studie zufolge in den zehn Jahren von 2015 bis 2024 rund 3,1 Billionen Euro in Deutschland vererbt.

Immobilien bestimmen maßgeblich die Erbschaftshöhe: Gehören Häuser und Wohnungen zum Nachlass, dann beträgt dessen Höhe meist mehr als 150.000 Euro, wie es in der Studie heißt. In den westdeutschen Ländern bekommen die Erben in mehr als der Hälfte der Fälle eine Immobilie, im Osten dagegen nur in einem von drei Erbfällen. "Allerdings läuft die Angleichung bereits auf vollen Touren", erklärte Studienautor Reiner Braun. Vor 15 Jahren seien noch vier von fünf ostdeutschen Erbschaften ohne Immobilie gewesen.

Wie die großen Vermögen konzentrieren sich auch die großen Erbschaften auf wenige Fälle. Die oberen zwei Prozent aller Hinterlassenschaften vereinen etwa ein Drittel des gesamten Volumens auf sich, wie Braun errechnete. In jedem achten Fall hingegen gehen die Erben demnach leer aus.

Das Geldvermögen, das in den kommenden Jahren vererbt werden wird, ist laut Studie etwa zur Hälfte in festverzinslichen und wenig riskanten Sparguthaben angelegt und zu einem Drittel in Wertpapieren. Lebensversicherungen oder Bausparguthaben spielen nur noch eine geringe Rolle. Studienautor Braun warnt potenzielle Erben, sie müssten sich auf Unsicherheiten gefasst machen: Die Erblasser würden heutzutage "immer länger und konsumfreudiger leben".

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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