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Hohe Grundstückspreise in Großstädten verteuern Neubauten so sehr, dass sich der Bau von Mietshäusern oft nicht mehr rechnet. Foto: Christian Charisius

Mietshäuser rechnen sich nicht

Studie: Fehlendes Bauland treibt Grundstückspreise

Bonn (dpa) - Fehlende Grundstücke und fehlendes Baurecht sind nach einer neuen Studie des Bundes die entscheidende Hürde für bezahlbare neue Wohnungen in Deutschlands Großstädten. Der Grundstückskauf ist nach Einschätzung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vielerorts so teuer geworden, dass sich der Bau von Mietshäusern nicht rechnet.

"Hohe Grundstückspreise lassen einen frei finanzierten Wohnungsneubau zu bezahlbaren Mieten vielfach nicht mehr zu", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Papier. Zuvor berichtete darüber das "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Demnach ist der durchschnittliche Preis für ein Baugrundstück zwischen 2011 und 2016 in den teuren Großstädten um 76 000 auf 259 000 Euro gestiegen. Deutschlandweit lag der mittlere Preisanstieg dagegen nur bei 24 000 Euro.

Spekulanten spielen bei der Preisentwicklung nach Einschätzung des Instituts in wenigen teuren Metropolen eine Rolle - in dieser Hinsicht sticht demnach besonders Berlin hervor.

Das Bundesinstitut sieht mehrere Ursachen für die Preissteigerungen. Dazu gehören der Zuzug in die Städte und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Als Gegenmittel empfehlen die Fachleute unter anderem die Ausweisung zusätzlichen Baulands am Rand der Großstädte. Als Mittel gegen Grundstücksspekulation würde sich nach Einschätzung der Experten eine höhere Grundsteuer für unbebaute Grundstücke eignen.

Diesen Vorschlag machte sich auch Bundesbauministerin Barbara Hendricks zu eigen: "Wenn Kommunen Brachflächen höher belasten könnten als bebaute Grundstücke, würde sich Spekulation nicht mehr lohnen. Das sollten Bund und Länder gleich nach der Wahl angehen", sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk.

Die privaten Vermieter in Deutschland haben laut einer Branchenumfrage die Mieten im vergangenen Jahr durchschnittlich um 0,6 Prozent erhöht. Das ergab eine Umfrage des Eigentümerverbands Haus und Grund unter seinen Mitgliedern. Durchschnittlich verlangen sie demnach 7,93 Euro kalt je Quadratmeter, 5 Cent mehr als im Vorjahr. "Private Vermieter sind an langfristig sicheren Einnahmen interessiert", sagte Verbandspräsident Kai Warnecke. "Sie verzichten eher auf den ein oder anderen Euro, wenn stattdessen der Mieter länger in der Wohnung bleibt."

Ausgewertet wurden Antworten von 2800 Vermietern. Spürbar teurer wurde demnach mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 10,28 Euro die Miete in Eigentumswohnungen. Wohnungen in Zwei-Familien-Häusern wurden nach der Umfrage dagegen günstiger.

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