Öl- und Gaspreise werden steigen

Studie: Fracking-Boom hat bald ein Ende

Berlin - Eine neue Energiestudie kommt zu dem Ergebnis, dass der derzeitige Fracking-Boom bald zu Ende seien wird. Die Folge: Steigende Öl- und Gaspreise.

Eine neue Energiestudie prognostiziert ein rasches Ende des Fracking-Booms und dadurch steigende Öl- und Gaspreise. Bis zum Jahr 2030 werde die weltweite Erdölförderung um etwa 40 Prozent gegenüber 2012 zurückgehen, heißt es einer am Montag vorgestellten Studie der Energy Watch Group, der unter anderem Wissenschaftler angehören, die im Solarenergiebereich arbeiten. Die USA steuerten bereits jetzt auf den Höhepunkt der Schiefergasgewinnung zu, dem ein tiefer Rückgang der Förderung noch in diesem Jahrzehnt folgen werde.

Derzeit purzeln in den USA wegen des umstrittenen Gas-Frackings die Energiepreise, auch in Deutschland wächst der Druck, Gas aus tiefen Gesteinsschichten zu fördern. Die Studie sagt aber besonders beim Öl einen massiven Förderrückgang in den nächsten Jahren voraus. So werde in Europa heute schon 60 Prozent weniger Öl als im Jahr 2000 gefördert. Prognosen, wonach die USA zum Nettoölexporteur aufsteigen könnten, würden sich nicht bewahrheiten, heißt es in der Studie.

Durch steigende Rohölpreise komme bereits in den nächsten fünf Jahren zum Beispiel ein Spritpreis von zwei Euro in Sicht, sagte Studien-Hauptautor Werner Zittel der „Frankfurter Rundschau“. Die Energy Watch Group ist ein Netzwerk von Forschern und Politikern - Initiator ist der Grünen-Politiker Hans-Josef Fell, der das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland mitentwickelt hat und der als Abgeordneter für eine Abkehr von Öl, Kohle und Gas wirbt.

dpa

Rubriklistenbild: © AP (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Autobauer unter Kartellverdacht
In der Autoindustrie könnte sich der nächste Skandal anbahnen. Laut "Spiegel" haben Konzerne über Jahre hinweg Absprachen im Geheimen getroffen und Kunden geschädigt. …
Autobauer unter Kartellverdacht
VW-Chef Müller beklagt "Verunsicherung" - und stellt Forderung
Volkswagen-Chef Matthias Müller hat die Diskussion um Fahrverbote für Dieselautos in deutschen Innenstädten beklagt und die Bundesregierung zu einer klaren Regelung …
VW-Chef Müller beklagt "Verunsicherung" - und stellt Forderung
Verschärfter Türkei-Reisehinweis hat kaum Auswirkungen
Meiden die deutschen Urlauber nach der politischen Eskalation jetzt wieder die Türkei? Zumindest der Reiseveranstalter FTI sieht dafür keine Anzeichen. Die Reisebranche …
Verschärfter Türkei-Reisehinweis hat kaum Auswirkungen
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen
Politik und die Konzerne ringen darum, wie der Schadstoff-Ausstoß bei Diesel-Fahrzeugen gesenkt werden kann - und wer die Kosten trägt. Der Verbraucherminister warnt, …
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen

Kommentare