+
Bei den Dax-Unternehmen liegt der Frauenanteil in den Führungsetagen etwas höher.

Studie: Frauenanteil in Vorständen stagniert

Berlin - Die Hoffnung auf mehr Frauen in deutschen Vorständen hat sich trotz der politischen Debatte nicht erfüllt. Der Anteil weiblicher Führungskräfte liegt unverändert bei drei Prozent.

Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht, waren Ende 2011 nur 28 von insgesamt 943 Vorstandsposten der Top-200-Unternehmen mit Frauen besetzt. Damit liege der Frauenanteil in der Führungsetage unverändert bei rund drei Prozent, sagte DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst. “Hier herrscht eine männliche Monokultur.“ Bei den nach Umsatz größten 200 Unternehmen außerhalb des Finanzsektors gebe es nur eine weibliche Vorstandsvorsitzende.

Etwas positiver als die Top-200 entwickelten sich der Studie zufolge die 30 Dax-Unternehmen: Hier stieg der Frauenanteil in den Vorständen um 1,5 Punkte auf 3,7 Prozent. Insgesamt sind laut DIW derzeit sieben weibliche Vorstandsmitglieder aktiv. In einem Großteil der Vorstände waren Männer aber weiter unter sich.

Wer ist im DAX?

Wer ist im DAX?

In den Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen dagegen sind Frauen deutlich öfter vertreten. Hier habe der Anteil im vergangenen Jahr bei 11,9 Prozent gelegen, sagte Holst - ein leichter Zuwachs von 1,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. “Weiterhin sind aber mehr als zwei Drittel der Frauen in Aufsichtsräten Vertreter der Arbeitnehmer und nur durch Mitbestimmungsregelungen in den Gremien“, betonte die Wissenschaftlerin. In mehr als einem Viertel der Top-200-Firmen sitze noch immer keine einzige Frau im Aufsichtsrat.

Vergleichsweise höhere Frauenquoten verzeichnete das DIW auch bei Unternehmen mit Bundesbeteiligung wie der Deutschen Bahn, der KfW-Bankengruppe oder der Telekom - möglicherweise eine Folge der Gleichstellungsgesetzgebung im öffentlichen Dienst. Auch im Finanzsektor sind trotz zahlreicher Umbesetzungen nach der Wirtschaftskrise kaum Verbesserungen zu verzeichnen: In 88 Prozent der Vorstände der 100 größten Banken und Sparkassen waren Männer unter sich - obwohl Frauen die Mehrheit der Belegschaften stellten. “Es ist davon auszugehen, dass es hier an innerbetrieblichen Aufstiegschancen und der Förderung flexibler Karrierewege mangelt“, sagte Holst.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Streiks drücken Gewinn bei Ryanair
Ryanair wird von Streiks des fliegenden Personals durchgeschüttelt. Die Auswirkungen sind schon in den Geschäftszahlen abzulesen. Es kann aber noch heftiger werden.
Streiks drücken Gewinn bei Ryanair
Aldi-Kunde beschwert sich über „Komposthaufen“-Dose: So reagiert der Discounter
Ein Aldi-Kunde beschwert sich auf Facebook über ein Produkt, das eine große Sauerei angerichtet hat. Mit einem Foto zeigt er, was ihm passiert ist.
Aldi-Kunde beschwert sich über „Komposthaufen“-Dose: So reagiert der Discounter
Kundin wirft Aldi „Betrug“ vor - Facebook-User belehren sie eines Besseren
Eine Kundin wurde ganz schön ungemütlich und warf Aldi sogar Betrug vor. Doch dann reagierten andere Facebook-User - und belehrten sie eines besseren.
Kundin wirft Aldi „Betrug“ vor - Facebook-User belehren sie eines Besseren
Ifo rät EU: Auf US-Vorschlag für Freihandelszone eingehen
Der große Wurf ist bei der Konferenz der G20-Finanzminister in Buenos Aires nicht gelungen. USA und EU beteuern ihre Gesprächsbereitschaft, aber keiner bewegt sich. Am …
Ifo rät EU: Auf US-Vorschlag für Freihandelszone eingehen

Kommentare