+
Die Akzeptanz von Elektroautos hängt nach Expertenmeinung auch davon ab, ob die Rohstoffe zu vernünftigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen gewonnen werden können. Foto: Monika Skolimowska

Herausforderungen

Studie: Für E-Autos mehr Recycling von Rohstoffen nötig

Berlin (dpa) - Für mehr Elektroautos muss laut einer Studie der Nachschub wichtiger Rohstoffe besser gesichert werden. Zwar gebe es weltweit genug Lithium, Kobalt, Graphit und Nickel für die Batterieproduktion, ergab die Untersuchung des Freiburger Öko-Instituts.

Die Vorkommen würden aber möglicherweise nicht rasch genug erschlossen, so dass das Angebot speziell an Lithium und Kobalt zeitweise knapp werden könnte und die Preise so steigen dürften. Notwendig sei daher mehr Recycling, etwa durch feste europaweite Quoten. Empfohlen wird auch, die Industrie auf Umwelt- und Sozialstandards in den Förderländern zu verpflichten.

"Die Elektromobilität ist der Schlüssel für die Energiewende im Verkehr", sagte Christian Hochfeld, der Leiter der privaten Forschungsgesellschaft Agora Verkehrswende, die die Studie in Auftrag gegeben hat. Die Akzeptanz von Elektroautos hänge aber auch davon ab, ob die Rohstoffe zu vernünftigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen gewonnen werden können.

Mindestens bis zum Jahr 2030 bleibe die Lithium-Ionen-Batterie Standard bei Elektroautos, prognostizierte Studienautor Matthias Buchert. Um das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung bis 2100 auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, werde sich in der Batterieproduktion allein der Lithiumbedarf bis 2030 verfünffachen und Mitte das Jahrhunderts etwa das Fünfzehnfache des heutigen Werts erreichen. Bei Kobalt wird bis 2030 eine Verdoppelung erwartet. Basis sind E-Auto-Verkaufsprognosen der Internationalen Energie-Agentur (IEA).

Gerade die Kobalt-Förderung sei wegen Menschenrechtsverletzungen und Gewalt im Kongo eine Herausforderung. Wie bei Zinn, Wolfram und Gold müsse es verbindliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen geben, sagte Buchert: "Es geht nicht, dass wir bei Kaffee und Kakao uns viele Gedanken machen, aber bei strategisch wichtigen Produkten beide Augen zudrücken."

Pressemitteilung

Über Agora Verkehrswende

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mitarbeiter werfen Tagesschau-Chef Kai Gniffke „Klima der Angst“ vor
Schwere Anschuldigungen aus dem eigenen Haus: Mitarbeiter werfen Tagesschau-Chef Kai Gniffke ein „Klima der Angst“ vor.
Mitarbeiter werfen Tagesschau-Chef Kai Gniffke „Klima der Angst“ vor
Rückruf bei Edeka: Vorsicht, dieses Produkt kann sogar tödlich sein!
Rückruf bei Edeka und Marktkauf: Die Unternehmen warnen vor dem Verzehr eines Salats. Dieses Produkt kann im schlimmsten Fall tödlich sein. 
Rückruf bei Edeka: Vorsicht, dieses Produkt kann sogar tödlich sein!
Lufthansa streicht 22 Flüge - insgesamt 2000 Passagiere betroffen
Wegen Software-Problemen bei der Deutschen Flugsicherung muss Lufthansa zum Wochenbeginn 22 Flüge streichen. Ein Sprecher teilte mit, worüber sich Passagiere vor ihrem …
Lufthansa streicht 22 Flüge - insgesamt 2000 Passagiere betroffen
Software-Panne bei Flugsicherung: Lufthansa streicht Flüge
Frankfurt/Langen (dpa) - Die Software-Probleme bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) haben nach Angaben der Lufthansa zu Wochenbeginn auch Auswirkungen auf den …
Software-Panne bei Flugsicherung: Lufthansa streicht Flüge

Kommentare