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Studie: Geld für Familien ist gut angelegt

- Berlin - Wachstum und Wohlstand lassen sich in der EU nur durch eine höhere Geburtenrate und eine bessere Bildung der Kinder sichern. Eine Studie betont die Bedeutung der Familienpolitik für die Volkswirtschaft.

Mit vielen Zahlen, Statistiken und Diagrammen hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Studie versehen. Die Rechnung, die hinter dem Gutachten steckt, lässt sich hingegen auf eine einfache Gleichung kürzen: Die Wirtschaftskraft eines Landes entwickelt sich umso positiver, je besser sich Beruf und Familie vereinbaren lassen.

Sobald für potenzielle Mütter Wickelkommode und Schreibtisch kombinierbar werden, steigt die Geburtenrate und damit die Anzahl an Erwerbsfähigen. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) fühlt sich durch die Studie, die Wachstumschancen in Deutschland, der EU und den USA vergleicht, in ihrer Politik bestätigt.

Mit dem Elterngeld, dem Ausbau der Kindertagesbetreuung und der Ganztagsschulen werden in dem Papier wichtige Bestandteile einer erfolgreichen Familienpolitik benannt, die von der Leyen seit ihrem Amtsantritt 2005 vehement vorantreibt. "Familienpolitik kann ganz eindeutig ein Wachstumstreiber sein, wenn sie Ja sagt zu mehr Kindern und zu einer besseren Ausbildung", betonte die Ministerin, die aus der Studie Hoffnung schöpft: "Sie zeigt, dass der Geburtenrückgang kein Naturgesetz der Industriestaaten ist." Mit Hilfe einer nachhaltigen Familienpolitik könne die Geburtenrate bis 2015 um 1,7 Prozent gesteigert werden.

Wie wichtig der Kampf gegen die sinkende Geburtenrate für die Volkswirtschaften der europäischen Länder ist, verdeutlicht ein Blick über den Atlantik. Derzeit haben Europa und die USA mit 67 Prozent den gleichen Bevölkerungsanteil an erwerbsfähigen Bürgern. Bleiben die Strukturen aber, wie sie sind, sinkt dieser Satz in der Union laut Studie bis zum Jahr 2050 auf unter 57 Prozent, während er sich in den Vereinigten Staaten bei knapp 62 Prozent einpendelt. Die europäischen Länder müssten dann damit rechnen, dass die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von rund 1,6 auf 0,75 Prozent deutlich unter amerikanisches Niveau (2,5 Prozent) sinkt. Eine Familienpolitik, bei der Mütter mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt besitzen, erhöht laut Gutachten hingegen das Potenzial der Volkswirtschaft.

Das IW prognostiziert bis zu 0,5 Prozentpunkte an wirtschaftlichem Wachstum pro Jahr in den einzelnen EU-Ländern und eine jährliche Rendite in zweistelliger Milliardenhöhe, wenn nur die politischen Maßnahmen des Staates familienfreundlich genug ausfallen.

Daher betonte auch EU-Industriekommissar Günter Verheugen (SPD) die Bedeutung der Familienpolitik für den Wohlstand in Europa. "Wenn man nicht noch mehr Zuwanderung will, dann müssen wir es Müttern erleichtern, ihren Beruf auszuüben", sagte Verheugen Gut ausgebildete junge Frauen mit dem Problem allein zu lassen, Arbeit und Familie zu vereinen, sei ein Luxus, den sich die EU-Länder nicht mehr leisten könnten. Der EU-Kommissar formulierte als Ziel, die Beschäftigungsquote von Müttern von derzeit 56 Prozent europaweit auf 70 Prozent zu heben.

Deutschland liegt zwar mit knapp 60 Prozent bei der Frauenerwerbsquote im EU-Vergleich über dem Durchschnitt, bezahlt diesen Wert aber mit einem drastischen Geburtenrückgang. Bei der Erwerbsquote von Müttern mit Kindern unter drei Jahren liegt Deutschland im EU-Ranking daher nur auf dem 16. Platz.

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